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Ho Tzu Nyen - G for Gong

Soloausstellung
11. Juli 2019 - 29. September 2019

Die Installationen des Theaterregisseurs und Videokünstlers Ho Tzu Nyen sind opulente, bildgewaltige Arbeiten. Zahllose Referenzen aus östlicher und westlicher Literatur, Kunst und Musik verbinden sich mit vielschichtigen Toncollagen zu einem rätselhaften Werk, das den Betrachtenden auf jeder Ebene der Wahrnehmung neue Bedeutungsschichten offenbart. Sein zentrales Thema ist die Suche nach einer oder vielmehr mehreren kulturellen Identitäten Südostasiens, die von so vielen Sprachen, Kulturen und Einflüssen geschrieben und überschrieben ist, dass sie sich kaum auf einen historischen Kern reduzieren lässt.

Die zentrale Matrix seiner intensiven Beschäftigung mit den Geschichten dieser Region ist The Critical Dictionary of Southeast Asia – das kritische Wörterbuch Südostasiens. Nyen verknüpft dabei die parallelen Erzählungen von lokalen, animistischen Kosmologien mit denen der verschiedenen Kolonialismen und der Modernisierungen. Ihn interessiert dabei weniger eine einfache, geschichtliche Wahrheit, sondern „wie uns Geschichte präsentiert wird und wie diese konstruierten Geschichten unsere Art zu Denken und unsere Art zu leben regulieren, definieren und kontrollieren.“ Das universalistische Format des Wörterbuchs repräsentiert dabei den gleichermaßen obsessiven wie zum Scheitern verurteilten Versuch, eine ganze Welt mit seiner Kunst zu beschreiben.

Die älteste Arbeit, die in dieser ersten Überblicksausstellung Ho Tzu Nyens in Deutschland zu sehen ist, ist Utama – Every Name in History is I (Utama – Jeder Name in der Geschichte bin Ich), ein künstlerischer Film aus dem Jahre 2003, der in inszenierten, auf Gemälden basierenden Szenen der mythischen Gründung Singapurs nachspürt. 2 or 3 Tigers von 2016 zeigt computergenerierte Figuren, die von einem menschlichen Darsteller durch Motion-Capture-Technologie animiert werden und dabei die metamorphen Möglichkeiten digitaler Bilderzeugungsprozesse nutzen, um Tier- und Menschenfiguren zu verschmelzen. Sein jüngstes Werk R for Resonance, das zum ersten Mal in Europa zu sehen sein wird, ist eine Fortschreibung des Wörterbuchs mit den scheinbar unendlichen Möglichkeiten der Virtual Reality-Technologie.

Die Ausstellung G for Gong eröffnet einen Einblick in diese grandiose Bild- und Konzeptwelt, die der Künstler in den letzten eineinhalb Jahrzehnten aufgebaut hat.

Sie ist ein Gemeinschaftsprojekt des Edith-Russ-Hauses mit dem Projekt Das Dynamische Archiv der Hochschule für Künste, Bremen − thedynamicarchive.net

Edith-Russ-Haus für Medienkunst, Katharinenstraße 23, D-26121 Oldenburg, Tel.: +49(0)441/235-3208, Fax.: +49(0)441/235-2161
Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag 14 - 18 Uhr, Samstag - Sonntag 11 - 18 Uhr, Montag geschlossen info@edith-russ-haus.de
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