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Infrahauntologies

Internationale Gruppenausstellung
08. Juli 2021 - 03. Oktober 2021

kuratiert von Bassam El Baroni

Infrahauntologies ist eine Gruppenausstellung, die neuere Praktiken in der Auseinandersetzung mit Infrastrukturfragen in den Vordergrund stellt. Manche Perspektiven auf die Welt setzen sich gegenüber anderen durch, weil sie stärker in die Systeme, Technologien und Infrastrukturen der bestehenden Umgebung eingebettet sind. Vor diesem Hintergrund kann man eine Abkehr von der weitverbreiteten Idee erkennen, dass wir dazu bestimmt seien, in einer Art ewigen Gegenwart zu leben, ohne die Möglichkeit, eine andere und gerechtere Zukunft hervorzubringen. Nun aber gilt gerade Infrastruktur als ein Medium der Innovation, das in eine neue Richtung weisen könnte. Kunst versucht, aus der Sackgasse einer „abgesagten Zukunft“ herauszukommen. Sie lässt sich ein auf die Formulierung spekulativer Modelle und auf Vorschläge für Systeme und Infrastrukturen. Aus dieser Position wendet sie sich auch größeren Herausforderungen zu, zum Beispiel der massiven Finanzialisierung der Ökonomie und dem galoppierenden Klimawandel.

Eine Schlüsselfrage für mehrere Arbeiten in Infrahauntologies lautet: Wie lassen sich Finanzialisierung und Datenverarbeitung so einsetzen, dass sie zu faireren Bedingungen beitragen und zuvor ausgeschlossene Möglichkeiten wieder neu eröffnen? Manche der bestehenden Infrastrukturen sind stark durch historische oder politische Umstände bestimmt, andere leiden vielleicht unter einem Exzess an Spekulation auf Zukünftiges – überall finden sich die materiellen Spuren und Nachwirkungen von riskanten Operationen, die sich manchmal ausgezahlt haben, oft aber auch nicht.

Mit den ausgestellten Video- und Installationsarbeiten hebt Infrahauntologies einige Tendenzen in der Kunst hervor, die immer wieder auftauchen und die sich mit den Geschichten von Infrastruktur und mit Gegenspekulationen auf infrastrukturelle Zukünfte beschäftigen. Fiktionen dienen als Schlüssel zu Strategien, um hegemoniale infrastrukturelle Verflechtungen zu überwachen. Man kann diese Tendenzen, die in mehreren Arbeiten erkennbar sind, als „infrastrukturelle Spekulation“ oder „infrastrukturelle Neubewertung“ bezeichnen. Im ersten Fall werden künstlerische Kompetenzen auf transformative infrastrukturelle Szenarien angewandt. Sie bedienen sich einer imaginativen Neuausrichtung von Möglichkeiten, die in heutigen Technologien schlummern. Im zweiten Fall wenden Künstler sich der Hinterlassenschaft von gescheiterten Megaprojekten zu, und versuchen, deren ursprüngliche Hoffnungen, Modelle und Probleme auszumachen. Auch aus einem Zusammenbruch können Lernprozesse erwachsen.

Infrahauntologies zeigt Video- und Installationsarbeiten, darunter auch Auftragswerke, von sieben Künstlerinnen und Künstlern, Künstlerduos und künstlerischen Kollektiven.

„Infrahauntologies" wird von Bassam El Baroni (*1974 in Ägypten) kuratiert. Er ist Assistenzprofessor für Kuratorische Praxis und Kunstvermittlung an der School of Arts, Design and Architecture der Aalto Universität in Helsinki/Finnland und beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit Themen an der Schnittstelle von Kunst, Technologie, Politik und Philosophie.

Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung: A.S.T. (Diann Bauer, Felice Grodin, Patricia Margarita Hernandez, Elite Kedan), Bassam El Baroni und Constantinos Miltiades (in Zusammenarbeit mit Georgios Cherouvim und Gerriet K. Sharma), João Enxuto und Erica Love, John Gerrard, Assem Hendawi, Bahar Noorizadeh, Vermeir & Heiremans

Noise Sisters and Psychedelic Choir present Let´s Make Noise, Sisters!

Edith-Russ-Haus im Oldenburger Pulverturm

03. September 2021 - 31. Oktober 2021

Eintritt frei

Öffnungszeiten: Freitag 14 – 18 Uhr | Samstag und Sonntag 11 – 18 Uhr

 

Dieses radikal-feministische Kunst- und Musikprojekt sucht nach Antworten auf grundlegende Fragen, die unsere Gegenwart bestimmen:

Können wir all unsere Wut und unser Bedürfnis nach Veränderung bündeln und in neue Energie umwandeln? Unsere defensiven Positionen aufgeben und Visionäre werden? Können wir Wut in Musik mit einer überwältigenden und kathartischen Kraft verwandeln? Die gezeigten Videos fordern zur Zusammenarbeit auf, zur Erforschung unserer Weiblichkeit, Vielfalt, Herkunft, unseres sozialen Hintergrunds. Sie fordern uns auf, das ganze Spektrum unserer Sinne zu nutzen und unsere sterbende Mutter Erde mit einer schützenden Klangwolke zu umarmen. Bieten wir unserem Publikum eine wunderbare Möglichkeit, Wut, Frustration, das Gefühl der Machtlosigkeit zu kanalisieren − oder neue Möglichkeiten erstrahlen zu lassen. Lasst uns einige gute Geister wecken! Wir alle brauchen sie jetzt. – Zorka Wollny

Der von der polnischen Klangkünstlerin Zorka Wollny 2019 gegründete Psychedelic Choir besteht aus sieben Frauen – sechs Stimmen und ein Kontrabass – und kombiniert das Musikgenre Haunted Ambient mit witchcraft ritual (Hexenritualen). Die Noise Sisters sind eine Gruppe von wütenden Frauen aus Warschau, Teilnehmerinnen des Polin Choir, die sich im Herbst 2020 dem Projekt angeschlossen haben.

 

Let's Make Noise, Sisters! wurde von dem Teatr Komuna Warszawa im Rahmen des Hub Kultury 2020 Programms Common Ground produziert.

 

 

Bitte informieren Sie sich vor Ihrem Besuch nochmals über den aktuellen Stand der Corona-Maßnahmen hier.

Edith-Russ-Haus für Medienkunst, Katharinenstraße 23, D-26121 Oldenburg, Tel.: +49(0)441/235-3208, Fax.: +49(0)441/235-2161
Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag 14 - 18 Uhr, Samstag - Sonntag 11 - 18 Uhr, Montag geschlossen info@edith-russ-haus.de
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