Stipendien 2013

Kein angemeldeter Benutzer
Anmelden | Registrieren | Passwort vergessen

Stipendien der Stiftung Niedersachsen für Medienkunst 2013 am Edith-Ruß-Haus für Medienkunst

Ermöglicht durch die Stiftung Niedersachsen hat das EDITH-RUSS-HAUS für Medienkunst für das Jahr 2013 drei sechsmonatige und mit 10.000 Euro dotierte Arbeitsstipendien vergeben. Auf die internationale Ausschreibung erfolgte erneut eine hohe Anzahl von Bewerbungen (368).

Die Stiftung Niedersachsen fördert das Stipendienprogramm des EDITH-RUSS-HAUSES kontinuierlich seit 2001. Das Programm ist zu einem Aushängeschild des EDITH-RUSS-HAUSES geworden. Viele der in Oldenburg entstandenen Arbeiten wurden nach ihrer Realisierung in internationalen Ausstellungen präsentiert und mit Preisen ausgezeichnet.

Mit ihrer Förderung will die Stiftung Niedersachsen eines der führenden Häuser für Medienkunst in Deutschland nachhaltig stärken, seine an Qualität orientierte Profilierung unterstützen, um so die Schaffung von Kunst zu ermöglichen und internationale Vernetzungen und lokale Anknüpfungspunkte zu schaffen.

 

 

Für die Vergabe der Stipendien und des Nachwuchsförderpreises traf sich eine Vor-Jury sowie eine Jury zur Auswahl der Stipendiaten. 

Vor-Jury:

Dr. Claudia Giannetti
Maria Pallier
Prof. Dennis P. Paul
Prof. Dr. Nils Röller

Jury:

Prof. Dr. Norval Baitello Junior
Roberta Bosco
Dr. Claudia Giannetti
Prof. Hartmut Jahn

 

Die Stipendien für Medienkunst der Stiftung Niedersachsen am Edith-Russ-Haus für Medienkunst 2013 - jeweils dotiert mit 10.000,00 € - gehen an:

Marcello Mercado: "Van Gogh Variations"
Installation

Patricia Reis: "The Brain is the Screen"
Interaktive Installation

Hannes Waldschütz: "Ziviler Ungehorsam: Reparieren"
Performance/Installation

 


Jurybegründungen

Marcello Mercado: "Van Gogh Variations"
Installation

Das Projekt des in Köln lebenden Argentiniers Marcello Mercado befasst sich mit der  Beziehung zwischen biologischen, technologischen und künstlerischen Formen. Land Art, Software Art, Bio Art, Video, Performance und Klangkunst gehen in seinem Installationsprojekt eine Symbiose ein. So schlägt Marcello Mercado eine Brücke zwischen organischer und digitaler Welt durch ein originelles System von Datentransformation, das in der Erschaffung von Klang- und 3D-Skulpturen sowie Videodokumentationen kulminiert.
Das Werk ist Teil eines Forschungsprozesses, den der Künstler seit einigen Jahren unternimmt und dessen verschiedene Resultate öffentliches Interesse wecken konnten.
Die Jury schätzt an dem Konzept der Arbeit, dass wesentliche heutige Fragestellungen einbezogen werden: von künstlerischen bis hin zu ontologischen und genetischen Fragen, ohne die Problematik des Kontextes im Ausstellungsraum zu vergessen. Die Bilanz seiner bisherigen Forschungen ebenso wie seine künstlerische Produktion lassen eine erfolgreiche Realisierung des Projekts durch Marcello Mercado erwarten.


Patricia Reis: "The Brain is the Screen"
Interaktive Installationen

Die zwei Installationen von Patricia Reis können sowohl als wissenschaftliches als auch ästhetisches Forschungsprojekt gesehen werden, die beabsichtigen, die Möglichkeiten der interaktiven holistischen Erfahrungen des Publikums zu untersuchen. Durch verschiedene Dispositive hat die portugiesische Künstlerin vor, eine direkte Beziehung zwischen Betrachter und Werk zu etablieren: eine der Installationen bietet sinnliche, haptische Erfahrungen an, die sogar von Blinden erfahren werden können; und die andere erschafft eine Verbindung zwischen der visuellen Erfahrung  und den neuronalen Stimulationen.
In beiden Fällen ist die Handlung des Besuchers essentiell für die Entwicklung des Werkes. Die Jury bewertet sehr positiv die minuziöse Präsentation ihres Vorschlags, die eine erfolgreiche Umsetzung des Projektes garantiert. Andererseits wurde es als sehr positiv angesehen, dass sie eine mögliche Beziehung zwischen ihrer Untersuchung mit einer starken neurowissenschaftlichen Komponente und dem neurobiologischen Schwerpunkt des Instituts für Biologie der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  bzw. dem Hanse-Wissenschaftskolleg, Institute for Advanced Study in Delmenhorst herstellen und somit das Stipendienkriterium der Integration der künstlerischen Stipendienprojekte in die lokalen Oldenburger Strukturen und niedersächsischen Institutionen erfüllen kann.


Hannes Waldschütz: "Ziviler Ungehorsam: Reparieren"
Performance/Installation

Die Arbeit „Ziviler Ungehorsam: Reparieren“ des in Leipzig lebenden Künstlers Hannes Waldschütz überzeugt aufgrund des Einsatzes von Kommunikation, Aktion und Dokumentation als künstlerische Strategie eines medialen Projekts.
Reparieren – eine Alltagshandlung, die uns zunehmend schwerer fällt –  wird zur künstlerischen Aktion erklärt. Hannes Waldschütz wehrt sich gegen das Prinzip einer durch Marktgesetze geplanten Obsoleszenz der Industrieprodukte und entdeckt in der Wiederherstellung der Funktionsweise jedes Objekts einen widerständigen Prozess. Durch eine Serie partizipatorischer Performances, die sich mit der Reparatur von technischen Geräten beschäftigen, möchte der Künstler einen Dialog mit dem Publikum herstellen und ihm so ein Stück Autonomie zurückgeben.
Dass die Überproduktion zu einer erzwungenen, immer schnelleren Vernichtung von Objekten führt, macht diese Aktionen zu gesellschaftskritischen und gleichzeitig künstlerischen Akten der Ungehorsamkeit. Ob das Edith-Russ-Haus zu einer Objektklinik werden wird, wissen wir nicht, aber wir sehen die intensiven Möglichkeiten dieses künstlerischen Kommunikationsprojekts.

Übersicht über bisher vergebene Stipendien

Die bisherigen Stipendiaten waren:

2017 Noor Afshan Mirza/Brad Butler (GB), Stefan Panhans (D), Shirin Sabahi (IRN) mehr...
2016 Doireann O'Malley (IE), Zorka Wollny (PL), Amir Yatziv (IL) mehr...
2015 Mahmoud Khaled (EGY), Szabolcs KissPál (HUN), Anette Rose (GER) mehr...
2014 Derek Holzer (US), Ivar Veermäe (EE), Emma Wolukau-Wanambwa (GB) mehr...
2013 Marcello Mercado (ARG), Patricia Reis (P), Hannes Waldschütz (D) mehr...
2012 Kerstin Ergenzinger (D), Antoine Schmitt (F), Christoph Wachter/Mathias Jud (CH/D) mehr...
2011 Darsha Hewitt (CDN), Ute Hörner/Mathias Antlfinger (D), Yunchul Kim (KOR/D) mehr...
2010 HeHe (Helen Evans / Heiko Hansen), (F / D), Ralf Baecker (D), Anahita Razmi (D) mehr...
2009 Jana Linke (D), REINIGUNGSGESELLSCHAFT (D), The SINE WAVE ORCHESTRA (J) mehr...
2008 Petko Dourmana (BG), Kristin Lucas (USA), Cornelia Sollfrank (D) mehr...
2007 Jens Brand (D), Ellen Fellmann (D), Eddo Stern (USA/IL) mehr...
2006 Annina Rüst (CH), Corinna Schnitt (D), ubermorgen.com (CH/A) mehr...
2005 Amie Siegel (USA)
2004 Minerva Cuevas (MEX), Calin Dan (RO/NL), Martine Neddam (F/NL)
2003 Dave Allen (GB/D), Bernadette Corporation (USA/D), Naomi Ben-Shahar (ISR/USA)
2002 Johan Grimonprez (B), Dagmar Keller/Martin Wittwer (D/CH), Florian Zeyfang (D)
2001 Susanne Weirich (D) mehr...

 

Edith-Russ-Haus Nachwuchsförderpreise für Medienkunst der Sparda-Bank

2015 Chris Alton (UK), Marta Popivoda (SRB) mehr...
2014 Adam Basanta (CA), Julian Stein (US) mehr...
2013 Hyun Ju Song und Mi Lyoung Bae (KR), Kuai Shen Auson Ortega (EC) mehr...


Die bisherigen Stipendiaten im Austauschstipendium mit dem Digital Art Center Taipei, Taiwan, waren:

2011 Tai-Wei Kan mehr...
2010 Yun-Ju Chen, Kerstin Ergenziger mehr...

Edith-Russ-Haus für Medienkunst, Katharinenstraße 23, D-26121 Oldenburg, Tel.: +49(0)441/235-3208, Fax.: +49(0)441/235-2161
Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag 14 - 18 Uhr, Samstag - Sonntag 11 - 18 Uhr, Montag geschlossen info@edith-russ-haus.de
Impressum     Sitemap     
Ein Ausstellungshaus der
Stadt Oldenburg