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Blast Theory: Can You See Me Now? Oldenburg

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04. Juli 2003 - 03. August 2003


Blast Theory: Can You see me now?
Blast Theory: Can You see me now?
Spiel vom 4. – 6. Juli, 16 bis 18 und 20 bis 22 Uhr

 
Aufruf an alle Abenteurer! Vom 4. Juli - 3. August 2003 ist die britische Künstlergruppe Blast Theory mit ihrem Projekt »Can You See Me Now? Oldenburg« zu Gast im Edith-Ruß-Haus für Medienkunst. Es bietet sich die Chance an einem Spiel teilzunehmen, mit dem Blast Theory die diesjährige »Goldene Nica« für Interaktive Kunst der Ars Electronica gewonnen hat. Eröffnung ist am Freitag, 4. Juli um 15.45 Uhr, Start des Online-Spiels ist um 16 Uhr. Ab dem 9. Juli wird im Edith-Russ-Haus für Medienkunst eine Installation zum Spiel zu besichtigen sein.

www.canyouseemenow.de

Drei Tage lang können Spieler von überall auf der Welt via Internet gegen die Mitglieder von Blast Theory antreten. Während die Spieler bequem zu Hause oder im Edith-Ruß-Haus für Medienkunst sitzen, bewegen sie sich gleichzeitig durch das virtuelle Oldenburg, entwickeln mit anderen Online-Spielern gemeinsame Taktiken und versuchen, den Läufern von Blast Theory zu entkommen, die in den Straßen des realen Oldenburg nach Ihnen suchen. GPS Technologie ermittelt die genauen Positionen von Läufern und Online-Spielern. Vom Computer aus sehen die Spieler was der Gegner sieht: die Stadt, die Läufer, sich selbst und das Spiel. Das Belauschen der Läufer durch den audio-stream ihrer Walkie Talkies verschafft ihnen einen zusätzlichen Vorsprung vor Ihren Verfolgern, die sie bei geschickter Taktik schwitzend, verloren und vollkommen außer Atem in den Straßen Oldenburgs hinter sich lassen.

»Can You See Me Now?« ist die Zusammenführung von realem und virtuellem Raum, um Aspekte von An- und Abwesenheit zu erforschen und die vielfältigen Möglichkeiten der Interaktion im elektronischen Raum zu demonstrieren. Es ist ein Plädoyer für die Nuancen dieser »Begegnungen zwischen den Welten« und ihre positive Neubewertung. Denn schon jetzt steht bspw. das Handy für den Sieg unkomplizierter und unbegrenzter Kommunikationstechnologie über Intimität, zwischenmenschliche Begegnungen und tradiertes Raum-Zeit-Gefüge.

Blast Theory gibt diesen Aspekten einen ‚spielerischen' Rahmen und macht sie damit direkt erfahrbar. Indem die Online-Spieler und die Läufer auf den Straßen denselben »Raum« teilen, treten sie in eine Beziehung zueinander. Durch die Spielsituation ist sie zunächst von spielerisch-gegnerischem Charakter, und es gibt lauten Ansporn, Beleidigungen, Frotzeleien und engagierten Kampf. Gleichzeitig bringt der Spielverlauf auch bewegende Momente mit sich. Wenn zwei Spieler ihre Avatare gemeinsam platzieren, sich in der Bildschirmeinstellung ihrer Computer plötzlich gegenüber stehen und sich ansehen, kann diese stumme erste »Begegnung« durchaus zu einem sehr intimen Moment werden. Darüber hinaus entwickeln die Online-Spieler auch Mitgefühl für die müden und mit der Umgebung kämpfenden Läufer. Ein Spieler aus Seattle, der an einer Version des Spiels in Sheffield oder Rotterdam teilnahm, schrieb dazu: »Ich erlebte einen Moment des Herzstillstandes, als mein Anliegen plötzlich vom verzweifelten Versuch zu entkommen zur verzweifelten Hoffnung darauf wechselte, dass der mich jagende Läufer nicht von einem rückwärts fahrenden Lastwagen überfahren wurde (es hörte sich so an, als sei das geschehen).«

Blast Theory gehört zu den interessantesten britischen Künstlergruppen in den Bereichen Performance, Installation, Video und Mixed-Reality Projekten. Genaue Untersuchungen und Entwicklungen kombinieren sie mit führenden Alternativ-Technologien, die ihnen Projekte mit verschiedensten Medien und innerhalb unterschiedlichster Disziplinen ermöglichen; Risiken begleiten ihre Projekte ebenso, wie ermutigende kritische Debatten. Seit 1991 in London ansässig, besteht Blast Theory aus einem kreativen Dreier-Team sowie aus zahlreichen für die jeweiligen Projekte benötigten Mit-Akteuren. »Can You See Me Now?« ist in Kooperation von Blast Theory und Mixed Reality Lab entstanden. 

Blast Theory präsentieren ihre Arbeiten in internationalen Ausstellungen und Konferenzen, z.B. während des Banff Television Festivals, der Basel Art Fair (Liste 2001), der Biennale in Sidney 2002, dem Internationalen Festival für Experimental Theater in Kairo, dem Niederländischen Electronic Arts Festival in Rotterdam, dem Mediamatic in Amsterdam und in »Mixed Reality Boundaries« im ZKM in Karlsruhe. Ihre Arbeit Desert Rain erhielt 2001 eine lobende Erwähnung auf der Preisverleihung der Transmediale in Berlin und wurde daraufhin in Großbritannien, Zentral- und Osteuropa sowie in Australien präsentiert. Seit Anfang des Jahres 2002 nehmen sie am Stipendienprogramm des Banff New Media Institute in Kanada teil. »Can You See Me Now?« wurde 2001 für einen BAFTA Preis nominiert und ist gerade mit der diesjährigen »Goldenen Nica« für Interaktive Kunst der Ars Electronica ausgezeichnet worden.



gefördert durch
Edith-Russ-Haus für Medienkunst, Katharinenstraße 23, D-26121 Oldenburg, Tel.: +49(0)441/235-3208, Fax.: +49(0)441/235-2161
Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag 14 - 18 Uhr, Samstag - Sonntag 11 - 18 Uhr, Montag geschlossen info@edith-russ-haus.de
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