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Kriegsfilme Teil 3

Rubriken: Kriegsfilme
09.09.2010, 12:38 Uhr


Im letzten Teil des Weblogs wollen wir abschließend, wie bereits angekündigt, zwei Interviews veröffentlichen, sowie ein Fazit der analysierten Kriegsfilme ziehen.

Gespräch mit Ken Duken

Um uns ein Bild darüber zu verschaffen, ob Kriegsfilme auch die Realität widerspiegeln, haben wir ein Interview mit einer Soldatin geführt. Sind die in den Filmen gezeigten Geschlechterrollen tägliche Realität oder sind sie vielmehr nur eine Ausgeburt der Phantasie der Filmindustrie?

Interview mit Janina Albers

Fazit:

Die Anfangs gestellte Frage nach der Reproduktion von Geschlechterklischees in Kriegsfilmen fand im Laufe des Weblogs Antworten durch die Analyse ausgewählter Szenen aus vier Kriegsfilmen. Männlichkeit wird in den vorgestellten Filmen mit dem Bild des starken, tapferen Kriegers aufgegriffen. Die heroische Darstellung von Männlichkeit steht im Vordergrund. Erst im Krieg werde der Mann zum Mann. Durch den Einsatz im Krieg und den Umgang mit Waffen werden Tapferkeit und Mut erprobt. Es erinnert fast an Mutproben, die sich vor allem Jungen in der Kindheit abverlangen. Der Zusammenhalt der Soldaten, die Kamerdschaft ist die „höchste“ Tugend.

Die Soldaten werden zumeist von gutaussehenden bzw. als attraktiv geltenden und durchtrainierten Schauspielern verkörpert. Gefühle gehören nicht zum Bild eines Soldaten. Und so ist auch der Umgang mit den während des Kriegseinsatzes erfahrenen Traumata ein schwieriger. Hier stellt sich allerdings die Frage, wie man das Verhalten der Soldaten interpretieren soll.
Verdrängen viele ihre traumatischen Erlebnisse, um sich nicht eingestehen zu müssen, dass sie nicht stark genug sind mit der Situation umzugehen und Gefühle zu zeigen?
Das würde ins Bild der tapferen und mutigen Soldaten passen. Es lässt sich allerdings auch anders argumentieren: Die Verdrängung der Erlebnisse lässt sich auch als Schwäche interpretieren. Um sich nicht mit dem Erlebten auseinander zu setzen, zieht man(n) sich zurück und verschließt sich vor anderen Menschen.

Frauen sind in den genannten Kriegsfilmen kaum vorhanden. Sie haben Nebenrollen oder tauchen eher in Erzählungen auf und bilden die Heimatfront. Meistens tauchen die Frauen in den Filmen auf kleinen Fotos auf, die die Soldaten immer bei sich haben. Männer stehen im Vordergrund und sind die handelnden Personen. Somit wird den Männern eine Aktivität zugeschrieben und den Frauen eine Passivität. Die Männer sind diejenigen, die ihr Land, ihre Ehre oder die Freiheit verteidigen, wohingegen Frauen diejenigen sind, die sich auf die Männer als Beschützer verlassen müssen. Männlichkeit ist hier auch mit Gewalt- und Risikobereitschaft verknüpft. Um ehrenhaft aus einer Kriegssituation herauszugehen, scheint das Töten als Bestätigung wichtig zu sein. Oder wie im Fall von „The Hurt Locker“ die Missachtung von Sicherheitsvorschriften, die dazu dient Männlichkeit zu zeigen und zu verdeutlichen, dass echte Männer keine Angst vor dem Tod haben.

Somit ist festzustellen, dass in den genannten Kriegsfilmen Männlichkeit mit Aktivität, durchtrainierten Körper, vermeintlicher Attraktivität, dem Willen zu Töten, der Bereitschaft zu Sterben und dem Verdrängen von Gefühlen einhergeht.

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