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Interview mit Janina Albers

Rubriken: Kriegsfilme
09.09.2010, 12:35 Uhr


1. Wie alt bist du?

Ich bin 22 Jahre und werde noch dieses Jahr 23 (also 1987) geboren

2. Wie bist du dazu gekommen, deinen alten Beruf aufzugeben und zur Bundeswehr zu gehen- was hat dich dazu bewegt, was waren deine Motive?

Also irgendwie war mir langweilig in meinem alten Beruf und ich wollte mal was Neues ausprobieren. Vorher war ich Arzthelferin – also ich habe Arzthelferin gelernt. Irgendwie konnte ich mir nach meiner Ausbildung aber nicht vorstellen ein Leben lang dasselbe zu machen. Ich wollte mal ne Art „Abenteuer“, hab mich dann informiert und umgehört. Und so kam ich zur Bundeswehr.

3. Haben sich deine Vorstellungen die du vorher vor der Bundeswehr hattest mit Beginn deiner Arbeit bei der Bundeswehr bestätigt?

Man hat ja immer irgendwelche Horrorgeschichten gehört und ähnliches. So zum Beispiel, dass es nen echt strengen Ton beim Bund gibt. Das hat sich zum Beispiel bestätigt, aber andere Dinge haben sich für mich nicht bestätigt. Zum Beispiel, dass man nur fertig gemacht wird oder es „Opfer“ gibt, die immer nur leiden müssen.

4. Musst du auch irgendwann ins Ausland? Und wenn ja, wohin? Wie lange ?

Im Laufe meines Dienstes muss ich auch ins Ausland. Nach  Kundus. Ich muss dann ein paar Monate dort bleiben. Auch so lange, dass ich nicht nur im Lager der Bundeswehr bleibe, sondern auch in Truppen rausfahre.

5. Weißt du schon genau, wann du dorthin musst?

Nein, ich weiß noch nicht genau, wann ich dort hin muss, aber ich reiße mich jetzt auch nicht gerade darum, so schnell wie möglich dort hin zu kommen.

6. Hast du Angst dorthin zu gehen (Bitte mit Begründung warum ja oder warum nein)?

Klar hat man Angst, nicht unbedingt, dass man dort umkommt oder so. Ich habe Angst, dass ich mich verändere oder so schlimme Dinge sehe, das sich noch später darunter leide und irgendwie nicht damit klar komme – sprich es nicht verarbeiten kann.

7. Kennst du Leute, die schon im Ausland waren?

Ja, eine Freundin von mir ist auch bei der Bundeswehr und war schon im Ausland. Sie hatte ihren Auslandseinsatz also schon. Als sie aus dem Ausland zurück kam, war sie total verändert. Erwachsener auf jeden Fall,  aber auch rationaler und direkter. Sie hat zwar ihre lustige Art und positive Art nicht verändert, aber sie ist ein anderer Mensch geworden. Ich kann nicht beschreiben wie das passiert ist oder was genau sich an ihr verändert hat. Aber es ist definitiv so, dass ich an ihr beispielhaft gesehen habe, wie sehr einen „KRIEG“ verändern kann.


8. Denkst du , dass du als Frau bei der Bundeswehr akzeptiert wirst?

Ich denke schon, dass ich akzeptiert werde. Also ich habe nicht das Gefühl ein Außenseiter zu sein. Mittlerweile sind viele Frauen beim Bund. Viel mehr Frauen als früher. Es können auch Freundschaften unter Frauen entstehen und sich entwickeln. Und die Männer bei der Bundeswehr sind oftmals eher begeistert oder überrascht, was Frauen so „drauf“ haben. Ich habe mich aber bisher zu keiner Zeit benachteiligt oder zurückgestellt gefühlt.

10. Denkst du, dass du aufgrund deines Geschlechts Nachteile gegenüber deinen männlichen Kollegen hast?

Nein, dass denke ich definitiv nicht.

11. Spiegeln Kriegsfilme deiner Meinung nach die Realität wieder?

Ich finde eigentlich nicht, dass die Realität in Kriegsfilmen wieder gespiegelt wird. Ich kann mir vorstellen, dass Menschen, die nichts mit der Bundeswehr oder dem Krieg zutun haben, Szenen aus Filmen auf die Realität beziehen. Ich selbst muss zugeben, dass ich früher Kriegsfilme oft für bare Münze genommen habe. Ich finde aber, dass man niemandem, der „keine Ahnung“ hat, Vorwürfe machen kann, wenn er Kriegsfilme auf die Realität bezieht.

12. Haben Kriegsfilme deine Vorstellung von Krieg von der Bundeswehr allgemein geprägt?

Also als ich noch jünger war oder während meiner Ausbildungszeit als Arzthelferin habe ich schon mal drüber nachgedacht, ob das was da in Filmen gezeigt wird, in der Realität wohl auch so ist. Besonders als ich angefangen habe drüber nachzudenken zur Bundeswehr zu gehen, habe ich mir Kriegsfilme „bewusster“ angeschaut.
Ich kann jedoch nicht sagen, dass sie meine Vorstellung von Krieg geprägt haben.


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