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Kriegsfilme Part 2

Rubriken: Kriegsfilme
02.07.2010, 11:33 Uhr

ein Beitrag von Anastasia Kamschilow und Greata Matthias

Aus der Fülle von Kriegsfilmen (http://www.filmdb.de/genresuche.php?genre=Kriegsfilm ) haben wir sechs ausgesucht, die Bezüge zu drei Kriegen haben, und wollen euch damit einen kleinen Einblick in das Genre verschaffen.

Apocalypse Now (1979, die Redux-Version ist 2002 erschienen)


Filmausschnitt: Apocalypse Now

Regie: Francis Ford Capolla

Budget: 31.5 Millionen $

Einspielergebnis:1979: 79 Millionen $
             2002: 83 Millionen $

Thematik: Der Vietnamkrieg aus der amerikanischen Perspektive

Inhalt: Captain Willard, gespielt von Martin Sheen, bekommt den Auftrag, einen abtrünnigen Colonel der Spezialeinheit Green Berets aufzuspüren und zu töten. Dieser hoch dekorierte Colonel mit Namen Kurzt, gespielt von Marlon Brando, hatte sich nach Kambodscha abgesetzt: Er ignoriert Kommandos und führt einen Krieg auf eigene Faust – mit äußerst brutalen Mitteln. Willard reist auf einem kleinen Boot, dessen Besatzung aus vier Männern besteht, den endlos langen und absurd entvölkerten Nung-Fluss hinauf. Nach einigen Stationen, in denen der willkürliche Alltag des Krieges gezeigt wird, erreicht die geschrumpfte Crew Kurzt und Willard gelingt es, seinen Auftrag zu Ende zu bringen und Kurzt zu töten. Willard, durch die aufreibende Reise und den Kriegsalltag gezeichnet, macht eine psychische Wandlung durch und „verwildet“, wobei er sich am Ende für die Alternative Zivilisation entscheidet.

Genderkonstruktionen: Auch wenn im Film viele verschiedene Männlichkeiten dargestellt werden (die Bandbreite reicht vom selbstherrlichen und überzeichneten Kommandanten, wie z. B. Kilgore, der morgens den Geruch von Napalm liebt, bis zur schüchternen, noch jungfräulichen Soldaten) scheint die Rollenverteilung klar zu sein: Die Männer sind aktive Kriegsprotagonisten, die amerikanischen Frauen sollen den öden Kriegsalltag verschönern. Ob als tanzende Playboybunnies, die mit Kriegsrequisiten (so reibt sich in einer Szene die Tänzerin eine Waffe zwischen den Beinen während des Tanzens) den Männern anheizen, oder als Prostituierte, die sich für Treibstoff verkaufen. Im gesamten Film wird den Soldaten Unterhaltung geboten (Hubschrauberangriff, während Wagners „Walkürenritt“ aus den Lautsprechern tönt; Surfen unter Bombenbeschuss; der konstanten Drogenkonsum), vielleicht auch, um die Grausamkeit und die Sinnlosigkeit des Krieges zu überspielen. Außerdem besitzt die Musik eine einheizende Funktion, damit wird die eine Terrorkulisse für die Kriegshandlungen aufbaut. Der Feind wird somit eingeschüchtert und die Soldaten motiviert.
Gleichzeitig wird die unnahbare und „kaltblütige“ Haltung des Typen „Soldat“ durch innere Konflikte Willards in Frage gestellt. Somit wechseln sich stereotype Darstellungen von Männern mit den gebrochenem Männlichkeitsbild ab. Nichtsdestotrotz: Die amerikanischen Männer führen den Krieg – die amerikanischen Frauen mimen passive und für den Zweck dienliche Figuren. Die vietnamesischen Frauen und Männer bleiben gesichtslos und sind bloß Komparsen, welcher Krieg die Kulisse für die Geschichte des menschlichen Verfalls in Kriegssituationen darstellt, ist zunächst unwichtig.


Platoon (1986)

Filmausschnitt: Platoon


Regie: Oliver Stone

Budget: 6,5 Millionen $

Einspielergebnis: 138,5 Millionen $

Thematik: Vietnamkrieg aus der amerikanischen Perspektive

Inhalt: Chris Taylor, gespielt von Charlie Sheen (Sohn von Martin Sheen, der Hauptdarsteller aus Apocalypse Now), Angehöriger der amerikanischen Mittelschichtsklasse, meldet sich freiwillig zum Militäreinsatz in Vietnam und stellt bald fest, dass er in der militärischen Hierarchie ziemlich weit unten steht und nicht dazugehört. Er lernt verschiedene Kommandanten und Soldaten kennen und merkt dass die Infanterie (=Platoon), zu der sie gehören, einen aussichtslosen Kampf führen: Der Vietcong kann sich überall versteckt haben und die Amerikaner erschießen Zivilpersonen und brennen sogar ein ganzes Dorf nieder, nur des Verdachtes wegen, die BewohnerInnen könnten mit Vietcong kooperieren.
Im Vorfeld haben sich zwei Lager innerhalb der Infanterie herausgebildet: Eine Gruppe nennt sich die Potheads (engl. für Kiffer) und konsumiert Haschisch, während die andere Gruppe nur Alkohol konsumiert. Schließlich wird die Einheit durch einen Großangriff der Vietcong zerrieben und es kommt zu Übergriffen mit tödlichem Ausgang innerhalb der Truppe. Der Krieg ist nun auch innerhalb der Einheit ausgebrochen.
Vewundet überlebt Taylor und einer seiner letzten Sätze lautet: „We didn't fight the enemy. We fought ourselves.“

Genderkonstruktionen: Oliver Stone war selbst am Vietnamkrieg beteiligt und hat in diesen Film seine Erfahrungen eingearbeitet. Wie auch „Apocalypse Now“ wird dieser Film als ein Antikriegsfilm gewertet (ein Kriegsfilm, der zum Frieden mahnt, wobei die Definition des Antikriegsfilms und die Einordnung in das Genre generell strittig ist) und das Männerbild ist ein ähnliches wie bei „Apocalypse Now“: Es gibt verschiedene Soldaten, die verschiedene Männerbilder „bedienen“. Es gibt eine Konstellation der Art „Gut gegen Böses“, die sich in dem Drogenkonsumverhalten formiert und in tödlichen Auseinandersetzungen zuspitzt, und diesem lassen sich die Männer zuordnen. Auch der Aspekt, die Soldaten dürsten nach Unterhaltung (auch als Mittel der Verdrängung des Krieges), lässt sich in diesem Film wiederfinden, es werden beispielsweise oft Drogen konsumiert und Partys gefeiert.
Deutlich beschäftigt sich der Film auch mit dem Thema Rassismus. Viele der afroamerikanischen Soldaten stellen den Bodensatz der Gesellschaft dar und sind sehr überrascht, als sie erfahren, Talor habe sich freiwillig für den Krieg gemeldet. Taylors Stimme aus dem Off stellt fest, dass Außenseiter, die nichts haben, für Amerika kämpfen. In Vietnam ist der gut situierte weiße Mittelschichtler plötzlich ein Außenseiter und muss sich als „Weißbrot“ beschimpfen lassen.
Amerikanische Frauen übernehmen im Krieg keine aktive Rolle. Ein Soldat erwähnt die hübschen Krankenschwestern im Lazarett und ein Soldat berichtet von seiner Freundin, die zu Hause auf ihn wartet. Frauen haben offensichtlich die Funktion, die Männer zu unterstützen.
Doch wie ist der Umgang mit den vietnamesischen Frauen?
In einer Szene wird die Vergewaltigung von den Soldaten mit der einheimischen Frau porträtiert: Einige Soldaten versuchen eine Vietnamesin zu vergewaltigen und sind total empört („Bist du etwa schwul?“), als Taylor sie daran hindert. Besonders die feindlichen Frauen haben keinen Status und keine Rechte und sind somit zur freien Benutzung verfügbar: „Sie ist doch nur eine Vietnamesin!“
Trotz der Bezeichnung „Antikriegsfilm“ handelt der Film von Männern und ihren Entwicklungen im Krieg – Frauen haben dort keine Möglichkeit, Dinge aktiv zu verändern.

Flags of our Fathers (2006)

Regie: Clint Eastwood

Budget: angeblich 90 Mio. US-Dollar

Einspielergebnis: etwa 66 Mio. US-Dollar

Thematik: 2. Weltkrieg, Schlacht um Iwo Jima (USA vs. Japan) im Pazifik (1945)

Inhalt: Der Film „Flags of our Fathers“ handelt von dem Gefecht zwischen Amerikanern und Japanern um den japanischen Stützpunkt auf der pazifischen Insel Iwo Jima.
Die anfangs noch gelassenen und optimistischen Soldaten, werden schnell von der Realität des Krieges eingeholt. Da die japanischen Soldaten eingegraben in Erdlöchern und Bunkern darauf warten die Amerikaner aus dem Hinterhalt zu überfallen, erweist sich der Kampf für die US-Soldaten weitaus schwieriger als anfangs erwartet.
Nachdem sie jedoch den Berg der Insel erobert haben, bekommen einige Soldaten den Auftrag, auf diesem die amerikanische Flagge zu hissen. Einige Zeit später wird die Flagge jedoch ausgetauscht, da ein Politiker diese als Souvenir haben möchte. Bei diesem Austausch werden sie fotografiert. Dieses Foto geht um die Welt. Drei der beteiligten Männer werden von der politisch-militärischen Führung daraufhin zu Helden stilisiert und somit dazu benutzt, der Kriegsmüdigkeit der amerikanischen Bevölkerung entgegenzuwirken. Dass es sich bei diesem Szenario eigentlich um eine nachgestellte Situation handelt, wird der Öffentlichkeit verschwiegen.
Diese Werbe-Aktion bewirkt zwar einen neuen Optimismus in der Bevölkerung, die „heldenhaften“ Soldaten auf Propaganda-Tour betrachten das Ganze jedoch mit Skepsis: Sie fühlen sich nicht als Helden, während ihre Kameraden an der Front sterben. Einer der Soldaten wird letztendlich zurück nach Iwo Jima geschickt, die anderen beiden führen ihre Werbe-Tournee weiter.
Der Film stellt nicht nur die Heldentaten des Krieges in Frage, sondern ruft den Zuschauer dazu auf, nicht alles zu glauben was von den Medien vermittelt wird.

 
Hissen der amerikanischen Flagge auf der Insel Iwo Jima

Genderkonstruktionen: Die Männer sind in diesem Film die Kämpfer für das Vaterland, während ihre Frauen und Mütter Zuhause dazu gezwungen sind, auf gute oder schlechte Nachrichten von der Front zu warten. Die Soldaten werden als Helden stilisiert. Diese Heldenhaftigkeit gerät für den Rezipienten jedoch ins Wanken, wenn ihm bewusst wird, dass es sich bei den Soldaten auf Propaganda-Tour bloß um konstruierte Helden handelt. Auch bei den Soldaten an der Front wird das typische Männlichkeitsbild gebrochen. Dem Zuschauer werden die seelischen Abgründe der Kämpfenden bewusst gemacht. Die Männer geraten durch diese Situation in eine Opferrolle, wie sie häufig den Frauen in der Gesellschaft zugedacht wird. Die Frauen beweisen in der Rolle der Wartenden einen unerschütterlichen Optimismus, der nicht selten mit einer gewissen Naivität einhergeht. So stellen sie die Nachrichten der Heldentat ihrer Söhne und Ehemänner nicht in Frage. Oft lässt sich auch eine gewisse Oberflächlichkeit erkennen. So wird in einer Szene beispielsweise die Frau eines Soldaten dargestellt, deren einzige Sorge nach der Bekanntgabe der Heldentat der  beteiligten Soldaten darin besteht, ein passendes Outfit für den damit zusammenhängenden Besuch des Gouverneurs zu finden. In Szenen wie dieser sind die Geschlechterrollen, wie sie den damaligen Erwartungen entsprachen, wieder klar definiert. Neben dem bemühten Optimismus was das Schicksal ihrer Söhne und Ehemänner angeht wird aber auch das Leiden, Hoffen und Bangen der Wartenden Zuhause thematisiert.
Die Männer, die vom Staat in die Rolle der Helden gezwungen werden begegnen dieser Rolle mit Skepsis. Sie sehen das gegenseitige Töten an der Front, sowie vor allem ihre angebliche Leistung nicht als Heldentat an. Die Soldaten und ihr Leiden spiegeln die Realität des Krieges wieder, durch Propaganda-Maßnahmen der Regierung, wie beispielsweise die Werbe-Tour der drei Protagonisten, wird jedoch versucht dieses offensichtliche Elend zu unterbinden.
In diesem Film kommt es zu einigen Brechungen des typischen Männlichkeitsbildes. Die Männer zeigen ihre seelische Verfassung (z.B. durch Weinen, oder übermäßigen Alkoholkonsum), während die Frauen Zuhause versuchen stark und optimistisch zu bleiben.


Letters from Iwo Jima (2006)

Regie: Clint Eastwood

Budget: 19 Mio. US-Dollar

Einspielergebnis: etwa 68,7 US-Dollar (80 % außerhalb der USA)

Thematik: 2. Weltkrieg, Schlacht um Iwo Jima (USA vs. Japan) im Pazifik (1945)

 
Filmszene: „Letters From Iwo Jima“

Inhalt: Der Film erzählt die Geschichte von der Schlacht um Iwo Jima aus japanischer Sicht. Die Handlung beginnt damit, dass eine Gruppe von Wissenschaftlern Ausgrabungen im Gebiet der damaligen Kampfhandlungen vornimmt. In einer Rückblende wird das Geschehen der Vergangenheit aufgearbeitet. Im Jahr 1944 begibt sich ein japanischer General in das Krisengebiet, während die japanischen Soldaten gerade dabei sind, sich auf den bevorstehenden Kampf mit den US-Amerikanern vorzubereiten. Dieser General zeichnet sich im Laufe des Films als sehr fair und anständig heraus, da er körperliche Züchtigungen ranghöherer Männer an anderen Soldaten unterbindet.
Der General verfolgt den Plan, die Amerikaner erst im Landesinneren zu bekämpfen, indem sich die Soldaten eingraben und verstecken. Die anderen Offiziere unterstützen seine Vorhaben jedoch nicht und planen hinter seinem Rücken eigene Kampfstrategien. Im Folgenden freundet sich der General mit einem neu eingetroffenen Leutnant an. Die beiden besitzen viele Gemeinsamkeiten, auch wenn der General verheiratet, der Leutnant hingegen ein Frauenheld zu sein scheint.
Mit der Zeit wird deutlich, dass der General  in den USA ausgebildet wurde, die es nun zu bekämpfen gilt. Obwohl er sich auf die Seite seiner japanischen Landsleute stellt, merkt man ihm zeitweise seine Zwiespältigkeit an. Dazu kommt die fehlende Unterstützung seiner Männer. In Briefen an seine Frau bringt er seine missliche Lage zum Ausdruck.
Als die Kampfhandlungen beginnen, wird schnell die Unterlegenheit der Japaner deutlich. Viele der japanischen Soldaten und Offiziere begehen Selbstmord. Nach einem harten und lang andauernden Gefecht erschießt sich der Protagonist mit einer amerikanischen Pistole. Vorher hatte er einen Soldaten darum gebeten, Dokumente und Briefe zu verbrennen, dieser vergräbt die Papiere jedoch. Hierbei handelt es sich um die Briefe, die in der Anfangssequenz des Films von Wissenschaftlern ausgegraben werden.
Der Film beschäftigt sich neben den Kampfhandlungen zwischen japanischen und amerikanischen Soldaten vor allem mit der Frage nach Gerechtigkeit, Macht und ihrer Ausübung (Beispiel: Ein Offizier misshandelt einen Soldaten) und stellt am Beispiel des japanisch sowie amerikanisch geprägten Generals den Sinn von Krieg im Allgemeinen in Frage.

Genderkonstruktionen: Wie so oft in Kriegsfilmen spielen auch in „Letters from Iwo Jima“ die Männer eine übergeordnete Rolle. Die Handlung beschreibt fast durchgängig das Leben der Männer an der Front. Die Frauen finden hier in Briefen und Gesprächen Erwähnung, ohne wirklich in Erscheinung zu treten. Sie nehmen wie auch schon in „Flags of our Fathers“ die Rolle der Wartenden ein. In der ersten Szene des Rückblicks, in der der General sich in einem Flugzeug auf dem Weg nach Iwo Jima befindet, gibt er in einem Brief an seine Frau, der im Stil eines inneren Monologs vorgetragen wird, seine Sorge über seine Abwesenheit zum Ausdruck. Er entschuldigt sich, dass er mit bestimmten Haushaltsrenovierungen nicht fertig geworden ist, und bittet seine Frau sich (diesbezüglich) an einen Freund zu wenden. Er bringt damit zum Ausdruck, dass er trotz seiner Abwesenheit und seines möglichen Ablebens, seine Familie versorgt wissen will. Der Leutnant, der im Laufe des Films auftritt wird im Gegensatz zu dem General als ausgesprochener Frauenheld dargestellt. Für ihn dienen Frauen eher dem Vergnügen. Die Briefe ziehen sich hier wie ein Leitfaden durch den Film. Sie treten bereits das erste Mal in der Anfangssequenz in Erscheinung, finden im Laufe des Films des Öfteren Erwähnung und werden schließlich von einem der Soldaten vergraben, der es nicht übers Herz bringt, diese zu verbrennen.


Der Pianist (2002)

Regie: Roman Polanski

Budget: geschätzt 35 Mio. US-Dollar

Einspielergebnis: 50,7 US-Dollar (Deutschland ca. 5 Mio. Euro)

Thematik: Holocaust

Inhalt: Der Film erzählt die Geschichte des erst, erfolgreichen jüdischen Pianisten Wladyslaw Szpilmann, für den 1939 mit dem Einmarsch der deutschen Truppen in Warschau die Zeit des Leidens beginnt. Er wird zuerst ins Warschauer Ghetto verfrachtet und wird Zeuge der grausamen Taten der Nationalsozialisten. Täglich sind er und seine Familie unerträglicher Demütigung und Brutalität ausgesetzt. Während seine Familie in ein polnisches Konzentrationslager deportiert wird, gelingt es Szpilmann mit viel Glück und der Hilfe einiger Freunde aus dem polnischen Widerstand sich vor den Nazis zu verstecken. Als eins seiner Verstecke zerstört wird und ihm droht entdeckt zu werden, verlässt er das Haus und begibt sich auf die zerstörten Straßen, wo er sich hilflos und ängstlich auf die Suche nach einem sicheren Versteck begibt.

 
Filmszene: „Der Pianist“

Schließlich findet er Zuflucht in einer verlassenen Ruine, wo er eines Tages von einem deutschen Offizier entdeckt wird. Dieser ist von seinem Klavierspiel so berührt, dass er ihn nicht verrät und unter Gefahr seines eigenen Lebens sogar mit Nahrungsmitteln versorgt. Letztendlich wird der Offizier als Kriegsgefangener festgehalten. Szpilmann kann ihm jedoch nicht aus seiner Lage helfen, da er den Namen des Offiziers nicht kennt. 
Bei dem Film „Der Pianist“ handelt es sich nicht um einen typischen Kriegsfilm, der das Geschehen an der Front dokumentiert, sondern um einen ruhiges Holocaust-Drama, das die grausamen Taten des Nationalsozialismus und den ständigen Überlebenskampf der Juden vor dem Hintergrund des laufenden 2. Weltkrieges beschreibt. Bei diesem Film wird mehr Wert  auf die authentische Darstellung der Figuren, als auf große Effekte gesetzt.

Genderkonstruktionen: Bei dem Protagonisten des Films „Der Pianist“ handelt es sich zwar um einen Mann, bei dieser Holocaust Thematik findet jedoch generell keine wirklich erkennbare Geschlechtertrennung statt. Da der Film eine wahre Geschichte erzählt und die Zustände so darstellt, wie sie früher waren, wäre es ungerechtfertigt den Produzenten oder anderen Mitwirkenden vorzuwerfen, sie konstruieren ein bestimmtes Geschlechterbild. Jüdische Männer und Frauen waren zur Zeit des 3. Reiches gleichermaßen gefährdet Opfer der grausamen, nationalsozialistischen Machenschaften zu werden. Zwar spielten im Nationalsozialismus die der Verfolgung und Ermordung Geschlechterkonstruktionen eine Rolle, diese kommen jedoch in diesem Film nicht groß zum Tragen.


The Hurt Locker-Tödliches Kommando (2009)

Regie: Kathryn Bigelow

Budget: etwa 11 Mio. US-Dollar

Einspielergebnis: 16, 4 Mio. US-Dollar (jedoch 6 Oscars, u.a. für den besten Film und die beste Regie, somit gewann zum ersten Mal eine Frau den Oscar als beste Regisseurin!)

Thematik: amerikanische Einsatztruppen im Irak 2004 beim Sprengstoffentschärfen (fiktiv)

Inhalt: In der ersten Szene des Films wird gezeigt, wie ein Sondereinsatzkommando der US-amerikanischen Soldaten im Irak ihren Vorgesetzten beim Entschärfen einer Bombe verlieren.
An seine Stelle tritt Sergeant James, der bereits in Afghanistan gekämpft hat. Er unterscheidet sich von seinem Vorgänger in vielerlei Hinsicht, er setzt seine eigenen Methoden durch und bewegt sich auf eigene Gefahr und unter Protesten seiner Mitstreiter sogar ohne notwendigen, aber unhandlichen Schutzanzug auf Sprengstoffsätze zu.

 
Filmszene: „The Hurt Locker“

Nachdem das Team von einigen aufständischen Irakern angegriffen wird und die Männer sich verteidigen müssen, fassen sie langsam Vertrauen zueinander. Als sie abends zusammen in eine Kneipe gehen, gibt der sonst eher verschlossene Sergeant einiges aus seinem Leben preis, so z.B. dass er einen Sohn hat, von dessen Mutter jedoch geschieden ist.
In der weiteren Handlungen wird immer deutlicher, dass James, der am Anfang des Films eher leichtsinnig und egoistisch wirkte, eigentlich ein ehrenwerter Mensch ist, der viel Respekt vor seinen Mitmenschen besitzt. So freundet er sich beispielsweise mit einem irakischen Jungen an, der (illegal) Filme auf der Straße verkauft. Außerdem entschärft er die Bombe am Körper dieses toten Jungen, anstatt ihn –wie in einem solchen Fall üblich- in die Luft zu sprengen. Somit ermöglicht er ihm ein anständiges Begräbnis.
Nach einem gescheiterten Gespräch mit seiner Ex-Frau und nachdem er seinem Sohn deutlich gemacht hat, wie wichtig er ihm ist, verpflichtet James sich schließlich für ein weiteres Jahr bei der US-Armee.
Der Film ist trotz einiger Szenen, in denen Explosionen und Schießereien zu sehen sind, nicht mit Effekten überladen (was sich schon am verhältnismäßig geringen Budget erkennen lässt), wie es aktuell in Filmen oft üblich ist, er setzt eher auf einen stetigen Spannungsaufbau, so z.B. wenn sich die Kamera aus Sicht des Entschärfenden auf die Bombe zubewegt. Dabei ist keine Musik zu hören, sondern beispielsweise bloß die Atmung des Mannes. Die ruhige Atmosphäre sowie die komplexen Charaktere heben diesen Film von manch anderen Filmen mit Kriegsthematik ab, in denen das Darstellen der Kampfhandlungen durch neueste Effekte am Computer im Vordergrund steht, und die eigentliche Handlung wie z.B. die psychischen Auswirkungen auf die Soldaten, somit zweitrangig wirkt.

Genderkonstruktionen: Auch in diesem Film spielen Männer die Hauptrollen. Die Frauen finden hauptsächlich in Gesprächen Erwähnung. Zum Ende des Films nimmt die Bedeutung der Frauen im Leben der Männer zu. So bricht einer der Protagonisten zusammen und will den Irak verlassen um eine Familie zu gründen. Es wird deutlich wie sehr er sich nach einem normalen Alltag mit Frau und Kindern sehnt, nachdem ihm im Kriegseinsatz bewusst geworden ist wie verletzlich das menschliche Leben ist. Heirat und Familiengründung werden hier als Ideal dargestellt und nicht etwa der Einsatz als „Held“ im Kriegsgebiet.
James selber versucht sich wieder in das alltägliche Leben einzufinden, was ihm jedoch nicht recht gelingt. Auch seine Ex-Frau, mit der er in einem Gespräch versucht, die Geschehnisse aufzuarbeiten, kann ihm nicht helfen. Der Einsatz in dem Kriegsgebiet hat die beiden voneinander entfremdet. Diese Thematik ist sehr aktuell. Durch den Krieg gehen viele Ehen und Beziehungen in die Brüche, da sich die Soldaten im Kriegseinsatz verändern, was häufig auch psychische Folgen mit sich bringt (s. z.B. http://www.bundeswehr.de => soziales). Die Männer zeigen in dem Film „The Hurt Locker“ eine ungewohnte Sensibilität, wie sie häufig Frauen zugeschrieben wird. Die Männer brechen unter der Last des Geschehens zusammen und erfüllen nicht mehr das klischeehafte Männlichkeitsbild des „unberührbaren Helden“. Diese Darstellung durchbricht die typischen Geschlechtergrenzen und zeigt relativ realitätsnah die Verletzlichkeit von den –meist männlichen- Soldaten auf. Zwar gibt es in diesem Film keine weiblichen Hauptrollen, Frauen spielen hier jedoch trotzdem eine große Rolle. Die Männer sind (teilweise) dazu bereit ihren Kriegseinsatz aufgrund der Sehnsucht nach Frau und Familie zu beenden. Dies könnte als eine gewisse Abhängigkeit der Männer, von (ihren) Frauen gedeutet werden.



Literatur

Tom Holert/ Mark Terkessidis: Entsichert. Krieg als Massenkultur im 21. Jahrhundert, Kiepenheuer&Witsch, Köln 2002
Peter V. Brinkemper: Intensiv-Bebilderung zwischen Hollywood und Bagdad? Zum aktuellen Verhältnis von Film, Medien und Krieg, www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/kino/14635/1.html

http://www.bundeswehr.de

http://de.wikipedia.org/wiki/Flags_of_Our_Fathers

http://de.wikipedia.org/wiki/Letters_from_Iwo_Jima

http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Pianist

http://de.wikipedia.org/wiki/Tödliches_Kommando_-_The_Hurt_Locker

http://www.imdb.com/title/tt0887912/

http://www.dieterwunderlich.de/Polanski_pianist.htm

http://www.mediabiz.de/film/firmen/programm/der-pianist/60529

http://en.wikipedia.org/wiki/Apocalypse_Now

http://www.imdb.com/title/tt0078788/

http://www.filmstarts.de/kritiken/36195-Apocalypse-Now.html

httpde.wikipedia.org/wiki/Platoon_(Film)

http://www.filmstarts.de/kritiken/38895-Platoon.html

Bildquellen

http://www.canmag.com/news/4/3/6030

http://livingincinema.com/2009/12/23/film-comment-and-village-voice-join-hurt-locker-parade/

http://www.monstersandcritics.de/downloads/downloads/articles2/67584/article_images/image4_1205528467.jpg

http://www.miahs.wordpress.com.

(Zugriff: 10.06.2010-21.06.2010)




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