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Vortrag zur "Langen Nacht der Wissenschaft"

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07.01.2010, 14:33 Uhr

Unser Projekt hatte den Titel „momentaufnahmen“ – Das Ziel dieser Projektarbeit war die gemeinsame und experimentelle Erkundung des vielschichtigen Mediums Fotographie. Der Projekttag war der 09.08.09. Erst durch die rege Beteiligung und die kreativen und mutigen Initiativen der Besucherinnen und Besucher konnten in entspannter Atmosphäre diese originellen Bilderreihen entstehen. Mit Hilfe einer simplen, aber sehr effektvollen Technik konnten Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich selbst und anderen innerhalb von Fotografien begegnen. Diese spielerische Auseinandersetzung mit der Flüchtigkeit des Moments wurde durch Beamerprojektionen ermöglicht. Besucherinnen und Besucher konnten sich alleine oder mit anderen zusammen vor eine Leinwand begeben. Davon entstand ein Foto, das der oder dem Nächsten als Anknüpfungspunkt für eine nächste Pose diente. Im wahrsten Sinne des Wortes konnte jeder zu vorausgegangenen Aufnahmen „Stellung beziehen“. Abschließend haben wir die Bildreihen zu diesen Stop-Motion-Movies zusammengefügt. Wir hatten das Glück, unser Projekt in Kooperation mit dem Edith-Russ-Haus für Medienkunst zu realisieren. Insbesondere die Medien(Kunst)Pädagogin Nanna Lüth hat einen großen Beitrag zur erfolgreichen Projektgestaltung geleistet. Wir waren sehr dankbar für ihre kompetente Unterstützung bei der technischen Umsetzung. Außerdem waren wir froh über das Angebot, unsere Fotoaktion im Rahmen der Finissage der derzeitigen Ausstellung der beiden international bekannten Medienkünstlerinnen Isa Rosenberger und Nira Pereg durchführen zu dürfen. Andererseits warf diese Ortswahl auch neue Fragen auf. Neben den zahlreichen Vorteilen mussten wir uns nun auch mit den Schwierigkeiten der Vermittlung im musealen Kontext auseinandersetzen. Unsere Bedenken kreisten besonders darum, dass wir ein möglichst breites Publikum erreichen wollten. Museen, als „Vertreter der kanonisierten Hochkultur“ können, laut Carmen Mörsch, im Gegensatz zu vielen städtischen, öffentlichen Räumen die Gefahr bergen, Teile unserer Zielgruppe abzuschrecken. Deshalb bemühten wir uns ein aktionistisches Programm zu entwickeln, bei dem sich alle auch ohne Vorkenntnisse im künstlerischen Bereich auf ihre Art einbringen konnten, um auf diese Weise dem partizipatorischen Gedanken gerecht zu werden. Die Einladung seitens des Edith-Ruß-Hauses für Medienkunst, die „momentaufnahmen“ als Ergänzung zur Finissage der derzeitigen Ausstellung durchzuführen, stellte uns auch vor neue Herausforderungen in der Projektkonzeption: Unsere Begleitforschung kreiste nun auch um die Positionen der beiden ausstellenden Medienkünstlerinnen. Eine persönliche Führung durch die Ausstellung mit Erläuterungen zu den Arbeiten erleichterte uns die thematische Abstimmung. Isa Rosenberger erkundet in ihrem künstlerischen Werk den ständigen Bedeutungswandel, dem monumentale Denkmäler unterliegen. Ergänzend ermöglichten die „momentaufnahmen“ einen Perspektivwechsel auf das Medium Fotografie als „Denkmal“, da sich auch hier durch Überlagerung und das Verblassen vorausgegangener Projektionen neue Bildbedeutungen ergeben. Mit dem technischen Aufbau wollten wir einen Rahmen schaffen, der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer möglichst spielerisch dazu einlädt, sich mit den Möglichkeiten des visuellen Mediums Fotografie zu beschäftigen. Ein besonders spannendes Moment innerhalb der Arbeit fanden wir, war die Begegnung von Realem und der Projektion. Nicht selten entstanden kleine Fotogeschichten, wenn durch Posen auf das Ausgangsszenario reagiert wurde. Für uns als Initiatorinnen war es schön, zu beobachten, wie gut unsere Spielidee angenommen wurde. Als Expertinnen und Experten der Bildgestaltung entwickelten die Teilnehmenden in immer neuen Personenkonstellationen, mittig, am Rand, im oberen oder unteren Bildraum, mit ständig wechselnden Körperhaltungen und mit mitgebrachten oder vorhandenen Gegenständen stehend, sitzend oder in Bewegung auf ihre Weise neue Fotomotive. Dieser Grad der Partizipation leitete unsere Reflexion in kunsttheoretische Bahnen: Wer ist der Urheber bei partizipatorischen, künstlerischen Projekten? Sind wir es, da wir den formalen Rahmen vorgegeben haben, oder sind es die vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, durch deren kreative Initiativen diese Stop-Motion-Movies erst entstehen konnten? In jedem Fall haben wir die Planung und die Umsetzung dieses Projektes als sehr bereichernd empfunden. Aktuelle Theorien der Kulturvermittlung in der Praxis zu erproben und reflektieren zu können, stellte einen spannenden Aspekt unserer Arbeit dar. Johanna Hemp & Wilma Scheschonk


Kommentare

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06.09.2011, 04:08 Uhr
- (Jalene)


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