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nach/sichten Videoarbeiten aus der Sammlung Goetz

05. September 2008 - 16. November 2008
Eröffnung: 04. September 2008, 19:00 Uhr
Pressegespräch: 03. September 2008, 14:00 Uhr

Die Ausstellung „nach/sichten“ präsentiert Videoinstallationen aus der Sammlung der Münchnerin Ingvild Goetz, einer der international renommiertesten privaten Sammlungen der Gegenwartskunst. In den letzten Jahren entwickelte sich durch die besondere Aufmerksamkeit und Faszination der Sammlerin für die thematische Aktualität von Medienarbeiten der Bereich Film und Video zu einem Schwerpunkt innerhalb der Sammlung. Die für die Ausstellung im Edith-Russ-Haus für Medienkunst getroffene Auswahl von Werken beinhaltet Produktionen der letzten Jahre. Sie konzentriert sich damit auf eine junge Generation von Künstlerinnen und Künstlern und deren Auseinandersetzung mit der Wirkungsmacht des bewegten Bildes auf die Wahrnehmung von Welt.
Verbindendes Element der ausgestellten Arbeiten ist die Infragestellung des scheinbar Eindeutigen. Bildwelten werden als Möglichkeitsräume konstruiert und in Szene gesetzt. Erst auf den zweiten Blick, beim „Nachsichten“, erschließen sich die konzeptionellen Versuchsanordnungen. 

Die gezeigten Werke spielen mit der Wahrnehmung derBetrachterInnen. Sie operieren mit Fragmenten von filmischen Sprachen, die aus Film und Fernsehen vertraut sind. Sie rufen Gedächtnisbilder und Erinnerungen auf und stellen Bezüge zu bereits Bekanntem her. Die Inhalte sind dabei explizit politisch, wie bei Hans Op de Beeck oder Juan Manual Echavarria, die sich mit der Problematik von Flüchtlingen aus der Dritten Welt oder mit den sozialen und politischen Auswirkungen von Kokainhandel beschäftigen.

Gesellschaftspolitische Themen verhandeln auch die beiden Künstlerinnen Andrea Bowers und Dominique Gonzalez-Foerster, die der Diskussion um illegalen Schwangerschaftsabbruch in den USA oder der Bedeutung und Nutzung des Atomwaffenversuchsgeländes von White Sands in ihren Arbeiten eine Plattform bieten. Andere Werke stellen die Frage nach der filmischen Konstruktion in den Vordergrund, wie beispielsweise Jeanne Faust in ihrer Studie über Zeit und Raum.

Auch David Claerbout baut auf Hollywood-Konventionen auf, indem er eine bedrohliche Spannung aufbaut und diese gänzlich unerwartet auflöst. Andro Wekua entwirft suggestive Welten, die Erinnerungen an verlorene Heimat oder individuelle Schicksale wachrufen.
Stan Douglas wiederum dekonstruiert klassische Erzählmuster, indem er per Computer eine nie endende Geschichte mit immer neuen Anschlüssen und Erzählsträngen generiert. Mit der Frage nach dem eigenen Ich in einer zunehmend medialisierten Welt beschäftigt sich schließlich Mathilde ter Heijne und schafft eindrückliche Szenarios einer Welt des Scheins und Seins.

Kuratiert von: Sabine Himmelsbach, Stephan Urbaschek
Edith-Russ-Haus für Medienkunst, Katharinenstraße 23, D-26121 Oldenburg, Tel.: +49(0)441/235-3208, Fax.: +49(0)441/235-2161
Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag 14 - 18 Uhr, Samstag - Sonntag 11 - 18 Uhr, Montag geschlossen info@edith-russ-haus.de
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