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Playback_Simulierte Wirklichkeiten

03. September 2006 - 05. November 2006
Eröffnung: 02. September 2006, 19:00 Uhr
Pressegespräch: 01. September 2006, 14:00 Uhr

Felix Stephan Huber, Ops Room (2005)
Felix Stephan Huber, Ops Room (2005)
Ein immer breiteres Publikum erfreut sich an mit großem Aufwand betriebenen Historienspektakeln, die detailgetreu und möglichst realistisch vergangene Zeiten wieder zum Leben erwecken wollen.
Die Form der Re-Inszenierung politischer Ereignisse und Meilensteine der Weltgeschichte bestimmt auch zunehmend künstlerische Ansätze. Formen des "Re-enactment" und der Simulation finden sich vor allem auch im Kontext der neuen Technologien. Sie finden sich in allen Lebensbereichen und durchdringen unsere gegenwärtige Kultur.
Hollywoodfilme wie "Matrix", die eine real erscheinende Welt als Computersimulation entlarven oder Computerspiele wie die "Sims", die der realen Welt nachempfundene virtuelle Szenarien erschaffen, sind Beispiele dafür.
Die Ausstellung "Playback" hinterfragt, welchen Einfluss und welche Wirkungen Re-inszenierung und Simulation auf die Gesellschaft haben. Sie stellt Fragen nach der Funktion und Bedürfnisbefriedigung der digitalen Ersatzwelten, die in Computerspielen entwickelt werden. Sie thematisiert die Sehnsucht nach authentischem Erleben, welche in Rekonstruktionen vergangener Ereignisse angesprochen wird.
In einer "Gesellschaft des Spektakels", die nur der Reproduktion einen Wert beimisst, stellt sie die Frage, ob und wieweit wir unseren eigenen Erfahrungen und Erinnerungen noch trauen können. Welche Veränderungen treten auf, wenn historische Ereignisse neu erzählt werden? Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten untersuchen in ihren Rekonstruktionen und Inszenierungen, wie Erfahrungen und Erinnerungen zugleich persönlich erlebt und kulturell konstruiert sind.
Das Video "The Eternal Frame" der Künstlergruppe Ant Farm kommentiert kritisch die durch die Massenmedien propagierte Version des Attentats auf John F. Kennedy, die sich in das kollektive Gedächtnis eingegraben hat.

Christoph Draegers Arbeit "Black September" re-inszeniert das terroristische Attentat während der olympischen Spiele in München 1972, das elf Opfer forderte, wobei Fakten und Fiktionen, Vergangenheit und Gegenwart so miteinander verwoben werden, dass die Grenze zwischen Dokumentation und real Erlebtem verschwimmt.
In seinem Video "Spielberg's List" beschäftigt sich Omer Fast mit der Konstruktion und Rezeption von Vergangenheit und erzählt vom Casting-Prozess und den Erlebnissen der mitwirkenden Protagonisten der Holocaust Verfilmung "Schindler's List" von Stephen Spielberg. "Return to Veste Rosenberg" von Beate Geissler und Oliver Sann versetzt den Betrachter in ein Realität gewordenes Computerspiel. Bilder von Militärsoldaten in einer mittelalterlichen Festung wechseln sich mit märchenhaften Aufnahmen geheimnisvoll-phantastischer Gestalten aus einer anderen Zeit ab. 
Lynn Hershman erzählt in ihrem dokumentarischen Spielfilm "Strange Culture" die dramatischen Ereignisse, die das Leben des Künstlers Steve Kurtz verändert haben, als ihn nach dem tragischen Tod seiner Frau das FBI mit dem Verdacht des Bio-Terrorismus verdächtigte. 
Eddo Stern thematisiert in seinem Video "Vietnam Romance" den Einfluss der massenmedialen Bilder auf die Wahrnehmungen von Kriegen und zeigt Bilder aus Computerspielen, welche die Darstellung des Vietnam-Kriegs in Hollywoodfilmen nachstellen. In der Computerinstallation "Ops Room" von Felix Stephan Huber befindet sich der Spieler in der Simulation eines historischen Ortes. Inszeniert wird der berühmte Kontrollraum, der 1972 in Santiago de Chile durch die Kybernetiker Stafford Beer und Fernando Flores realisiert wurde und der zur computergesteuerten Lenkung der sozialistischen Wirtschaft unter Salvador Allende dienen sollte. 
Milica Tomic gelingt in ihrer Arbeit "Container" eine prägnante Verknüpfung von Fragen nach Identität und Erinnerung, persönlicher und politischer Geschichte. Abhängigkeiten und Machtverhältnisse der Mitglieder einer kapitalistischen Gesellschaft werden in der Video- und Diaprojektion, in der sie sich auf den Menschen als Ware bezieht, radikal und kritisch hinterfragt. In "Silent Playground" inszeniert Susanne Weirich sechs Filmsequenzen, die sich an der Logik und dem Setting von Computerspielen orientieren. Entsprechend der binären Strategie der Spiele hat jede Sequenz einen guten und einen schlechten Ausgang.

KünstlerInnen:
Ant Farm und T. R. Uthco, Christoph Draeger, Omer Fast, Beate Geissler / Oliver Sann, Lynn Hershman, Felix Stephan Huber, Eddo Stern, Milica Tomic, Susanne Weirich

Kuratiert von: Sabine Himmelsbach

Christoph Draeger, Black September (2002)

Veranstaltungen

08. September 2006, 20:00 Uhr
Sir Drone, 1989
Filmpräsentation im Rahmen des Oldenburger Filmfestivals

12. September 2006, 20:00 Uhr

22. September 2007, 11:00 Uhr

06. Oktober 2006, 20:00 Uhr

17. Oktober 2006, 20:00 Uhr

31. Oktober 2006, 20:00 Uhr

05. November 2006, 16:00 Uhr


Gefördert durch

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