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ÖKOMEDIEN Ökologische Strategien in der Kunst heute

12. Oktober 2007 - 13. Januar 2008
Eröffnung: 11. Oktober 2007, 19:00 Uhr
Pressegespräch: 11. Oktober 2007, 14:00 Uhr
Fragen der Ökologie, das heißt der Wissenschaft, die die Beziehungen der Lebewesen zu ihrer Umwelt untersucht, haben in den vergangenen Jahren den letzten Hauch von naivem Weltverbesserertum verloren. Umweltkatastrophen wie die Tsunamis, das Wald- und Fischsterben, Kannibalismus unter Robben, globale Klimaerwärmung, Wasserknappheit, Boden- und Luftverschmutzung machen deutlich, dass Naturkatastrophen nicht nur „natürlich“ sind. Sie sind auch Auswirkungen hochzivilisierter Lebensweisen, die auf Ausbeutung beruhen und eingespielte Ökosysteme stören. So hat in den letzten Jahren die Vorstellung von Ökologie als einem Kommunikationssystem an Gewicht gewonnen.

Die Ausstellung Ökomedien zeigt Projekte, die auf progressiven Vorstellungen von Ökologie beruhen und dabei utopische Horizonte entwerfen. Sie stellt grundlegende Überlegungen zu Ökosystemen, Nachhaltigkeit, erneuerbaren Energien sowie Zukunftsvisionen an und untersucht, welche Rolle Kunst und neue Medien spielen, jenseits von Wissenschaft, Technik oder Ökoaktivismus. Neu sind medienkünstlerische Ansätze, die auf der Verbindung von Medientechnologien mit so genannten „natürlichen" Systemen wie Klima, Wasser, Erdbeben usw. beruhen. Diese Projekte kreisen um das Aufzeichnen von Daten und deren Sichtbar- oder Hörbarmachung. Sie unterlaufen zumeist gängige wissenschaftlich-technische Aufzeichnungsmethoden und eröffnen neue Wahrnehmungswelten (Franz John, Andrea Polli, Sabrina Raaf, Iñigo Manglano-Ovalle).

Einige Arbeiten beschäftigen sich mit erneuerbaren Energien und stellen alternative Modelle zur Diskussion (Christina Hemauer/Roman Keller, Andrea Polli), andere verweisen auf die Kontaminierung der Erde, die die Welt vom Großen (die Luftfahrt bei Christoph Keller) bis ins Kleinste (die Gentechnik bei Critical Art Ensemble und Beatriz da Costa) umfasst. Ein wichtiger Teil ist der Beobachtung der aktuellen Nahrungswege gewidmet (Ieva Auzina/Esther Polak, Free Soil, Insa Winkler): Diese sind stets global und energieintensiv, verschwenderisch, wie unser Umgang mit Ressourcen (Tue Greenfort, infossil). Der kritischen Dokumentation des Ist-Zustands werden Zukunftsvisionen und praktische Lösungen gegenübergestellt (Tea Mäkipää, MVRDV, Yonic).

Neben interdisziplinären, öffentlichen und netzbasierten Projekten, die das Publikum aktiv in die Realisierung einbinden (Natalie Jeremijenko, Franco und Eva Mattes, Transnational Temps), wird die Ausstellung von einem medien(kunst)pädagogischen Programm begleitet. Dieses setzt die angesprochenen Fragestellungen in verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten mit Kindern und Jugendlichen um und trägt dazu bei, junge Menschen an kulturelle Praxis, insbesondere der neuen Medien, und ein ökologisch bewusstes Verhalten heranzuführen.

KünstlerInnen:

Ieva Auzina / Esther Polak (LT/NL),Critical Art Ensemble und Beatriz da Costa (USA), Free Soil (USA/DK/D), Tue Greenfort (DK), Christina Hemauer / Roman Keller (CH), infossil (D), Natalie Jeremijenko (USA), Franz John (D), Christoph Keller (D), Tea Mäkipää (FIN), Eva und Franco Mattes aka 0100101110101101.org (I), MVRDV (NL), Inigo Manglano-Ovalle (ES), Andrea Polli (USA), Sabrina Raaf (USA), Transnational Temps (ES/F/USA), Insa Winkler (D), Yonic (CH/BR)

Kuratiert von: Sabine Himmelsbach, Yvonne Volkart, Karin Ohlenschläger

Veranstaltungen

12. Oktober 2007, 13:00 Uhr
“Environmental Health Clinic”
PERFORMANCE IM STADTRAUM VON OLDENBURG



03. Dezember 2007, 11:00 Uhr
Ecomedia - “Die 1000 Augen des I-Net”
Weblog-Workshop für Jugendliche mit Franz John

17. Oktober 2007, 10:00 Uhr
Rettet den Schneemann -Trickbox-Workshop
Trickbox-Workshops für Kinder mit Astrid Baxmeier, Veronika Völker, Marc Sender

15. November 2007, 20:00 Uhr
„Tao Di Di“, Videos zum Thema China und Umweltprobleme
Henri Seng, „Tao Di Di“, 2006, und mehr Videos zum Thema China und Umweltprobleme

29. November 2007, 20:00 Uhr
„Darwins Alptraum“
Hubert Sauper, „Darwins Alptraum“, 2004

13. Dezember 2007, 14:20 Uhr
„Lektionen in Finsternis“
Werner Herzog, „Lektionen in Finsternis“, 1992

10. Januar 2008, 20:00 Uhr
„Unser täglich Brot“
Nikolaus Geyrhalter, „Unser täglich Brot“, 2005

Edith-Russ-Haus für Medienkunst, Katharinenstraße 23, D-26121 Oldenburg, Tel.: +49(0)441/235-3208, Fax.: +49(0)441/235-2161
Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag 14 - 18 Uhr, Samstag - Sonntag 11 - 18 Uhr, Montag geschlossen info@edith-russ-haus.de
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