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Paul deMarinis: Formen, Spuren, Löschungen

9 Installationen 1973 - 2010
11. September 2010 - 07. November 2010
Eröffnung: 10. September 2010, 20:00 Uhr
Pressegespräch: 09. September 2010, 14:00 Uhr
Paul DeMarinis: Dinner at Ernie’s (Bestandteil der Installation The Edison Effect, 1993)
Paul DeMarinis: Dinner at Ernie’s (Bestandteil der Installation The Edison Effect, 1993)


Mit Paul DeMarinis Formen, Spuren, Löschungen präsentiert das Edith-Russ-Haus für Medienkunst in Deutschland dessen erste Retrospektive. In seinen Objekten und komplexen Installationen beschäftigt er sich mit naturwissenschaftlichen Phänomenen und technischen Geräten und Innovationen, bekannten wie unbekannten, die er auf seine Weise umdeutet, indem er sie kritisch, humorvoll und poetisch für seine eigenen Erfindungen und Re-Erfindungen nutzbar macht.

DeMarinis gilt als Pionier der Medienkunst, doch sein Schaffen ist im gleichen Maße Medienarchäologie, da durch seine Neuinterpretationen von Artefakten auch deren ursprüngliche Funktionen sichtbar und erfahrbar werden.

Paul DeMarinis: Al and Mary do the Waltz (Bestandteil der Installation The Edison Effect, 1993)Paul DeMarinis: Fragments of Jericho (Bestandteil der Installation The Edison Effect,1993)
Paul DeMarinis: Al and Mary do the Waltz und Fragments of Jericho
(Bestandteil der Installation The Edison Effect, 1993)


Im Zentrum der Ausstellung steht die Installation The Edison Effect (1993), die aus neun selbstständigen Arrangements besteht, die ungewöhnliche Audioabspielgeräte darstellen. Einige weisen einen konkreten Bezug zu Thomas Alva Edison auf, dessen Erfindungsreichtum in diesem Werk eine leicht ironische Hommage erfährt.

Im dunklen Ausstellungsraum tasten Laser alte Grammophonschallplatten, Wachszylinder, Hologramme, Walzen, Teller und Schallplatten aus Lack oder Bienenwachs ab. Die Lichtreflexe werden in elektrische Signale umgesetzt, die von Lautsprechern wiedergegeben werden. Das Licht der Laser wird unter anderem von einem alten Fernseher, Goldfischen oder den Ausstellungsbesuchern selbst gesteuert und verändert.

Paul DeMarinis: Ich auch Berlin(er) (Bestandteil der Installation The Edison Effect, 1993)Paul DeMarinis: The Lecture of Comrade Stalin (Bestandteil der Installation The Edison Effect, 1993)
Paul DeMarinis: Ich auch Berlin(er) und The Lecture of Comrade Stalin
(Bestandteil der Installation The Edison Effect)


Wie The Edison Effect zeigen die weiteren Werke DeMarinis in der Ausstellung ein absichtliches „Missverständnis“ von technischen Geräten, Kommunikationsmedien und physikalischen Phänomenen. Arbeiten wie Gray Matter (1995) funktionieren, wenn sich Besucher daran beteiligen. In diesem Fall kann man durch Berühren elektrisch geladene Objekte wie eine Zinkbadewanne zum Klingen bringen und so Musik erzeugen.


Paul DeMarinis: Rome to Tripoli, 2006


In einem Nachbau von Majoranas Radiosender aus dem Jahr 1908 verbinden sich Hochspannung und Schwefelsäure, um die zersetzenden und unwillkommenen Klänge westlicher Kultur (Mozart, Verdi, Bayrische Ländler und futuristische Gedichte) in fremde Ohren zu träufeln.


Paul DeMarinis: Dust, 2009


Dust zeigt einen Teil von Paul DeMarinis' Sammlung von Bildern vermisster Kinder, hintereinander in das Lichtgedächtnis eines phosphoreszierenden Puders eingebrannt.


Paul DeMarinis: Tongues of Fire, 2004


Tongues of Fire präsentiert auf den manometrischen Flammen des 19. Jahrhunderts basierende Filmaufnahmen von vibrierenden Flammen, die mündliche Sprachäußerungen wiedergeben.
Alle neun gezeigten Arbeiten überraschen, bezaubern und erzeugen Staunen angesichts der Möglichkeiten der künstlerischen Nutzung von technischen Geräten und naturwissenschaftlichen Phänomenen.


Paul DeMarinis: Hypnica, 2007


Elektronisch aufgerüstete Metronome sprechen mit den Stimmen von Hypnotiseuren, um die Zuhörer in einen empfänglichen Zustand zu versetzen.

Ergänzt wird die Ausstellung seit dem 25. Juli durch die Klanginstallation RainDance von Paul DeMarinis auf dem Oldenburger Julius-Mosen-Platz, welche mit einem überraschenden Klangerlebnis begeistert: ein feiner Wasserstrahl macht Musik hörbar, sobald er von einem Schirm unterbrochen wird. Besucher und Passanten sind eingeladen, in diesem künstlich erzeugten Regen Musik zu hören.

Kuratiert von: Carsten Seiffarth

Veranstaltungen

26. Juli 2010, 11:30 Uhr


Gefördert durch

Edith-Russ-Haus für Medienkunst, Katharinenstraße 23, D-26121 Oldenburg, Tel.: +49(0)441/235-3208, Fax.: +49(0)441/235-2161
Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag 14 - 18 Uhr, Samstag - Sonntag 11 - 18 Uhr, Montag geschlossen info@edith-russ-haus.de
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