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MyWar

Partizipation in Kriegszeiten
10. Juni 2010 - 29. August 2010
Eröffnung: 09. Juni 2010, 20:00 Uhr
Pressegespräch: 08. Juni 2010, 14:00 Uhr
Milica Tomic, One day, instead of one night, a burst of machine-gun fire will flash, if light cannot come otherwise, 2009, Fotoaktion, Lambda prints (Fotograf: Srdjan Veljovic)
Milica Tomic, One day, instead of one night, a burst of machine-gun fire will flash, if light cannot come otherwise, 2009, Fotoaktion, Lambda prints (Fotograf: Srdjan Veljovic)

Blogge!, Sei dabei! und Teil dich mit! lauten die Schlagworte einer Medienkultur, in der die Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem, Persönlichem und Politischem aufgehoben sind. Die Ausstellung MyWar: Partizipation in Kriegszeiten bringt die moralischen Implikationen von Kriegen auf den Punkt, die mittels der Medien erlebt werden. Diese Intervention erfolgt anhand einer Medienlandschaft, in der Web 2.0-Instrumente ständig die Art und Weise verändern, wie das Publikum und die User Informationen konsumieren und austauschen.

Sarah Vanagt, Begin Began Begun, 2003, Dokumentarfilm
Sarah Vanagt, Begin Began Begun, 2003, Dokumentarfilm

Die Ausstellung folgt zwei unterschiedlichen Erzählsträngen. Im ersten nehmen die Künstler eine radikal individualistische Haltung gegenüber dem Krieg ein. Renzo Martens richtet die Kamera inmitten einer Kampfzone auf sich selbst. Sarah Vanagt konzentriert sich auf die Aktivitäten junger Leute und enthüllen die prosaischen Aspekte des Alltagslebens, von denen die Bloggingkultur besessen ist. Harrell Fletcher lässt Kinder die Kriegserinnerungen Erwachsener nacherzählen, Milica Tomic wirft mit der Dokumentation ihrer Re-enactments von Szenen und Schauplätzen des Partisanenkriegs der 1940er die Frage nach der Aneignung solcher Ereignisse auf. SWAMP haben eine Vorrichtung konstruiert, die dem Träger beim Tod jedes Irakkriegsoldaten Schmerz zufügt. Dunnes & Rabys (ironische) Plüschversion der atomaren Wolke soll Therapieobjekt für Menschen mit besonderer Angst vor dem Atomkrieg sein.

Oliver Laric, Versions, 2010, Airbrush
Oliver Laric, Versions, 2010, Airbrush

Im zweiten Ausstellungsstrang setzen sich Künstler direkt mit der Art und Weise auseinander, wie die Webtechnologien globale Kriege infiltriert und beeinflusst haben. Joseph DeLappe gibt in einem Online-Rekrutierungsspiels der amerikanischen Armee die Namen von Irakkriegstoten ein, Thompson & Craighead konstruieren aus Bloginformationen das globale Narrativ eines allgegenwärtigen Krieges. Oliver Laric zeigt Airbrush-Variationen eines gefälschten iranischen Fotos eines Raketenabschusses, das im Internet vielfach humorvoll manipuliert wurde. Knowbotic Research bieten ein fiktives Ende einer bewegenden, über YouTube verbreiteten Nachrichtengeschichte, bei der ein junger Palästinenser sich in einen Transformer-artigen Roboter verwandelt. Harun Farocki thematisiert die Frage einer computerunterstützten Traumatherapie für Kriegsveteranen.


Blog zur Ausstellung "MyWar. Partizipation in Kriegszeiten"

in Kooperation mit dem Seminar "Gender, Kultur und Gesellschaft" von Dr. Katharina Hoffmann, Universität Oldenburg

Dieser Blog wurde anlässlich der Ausstellung "MyWar. Partizipation in Kriegszeiten" (10. Juni – 29. August 2010) begonnen. Die ersten Beiträge stammen von Studierenden des o.g. Seminars. Diese Plattform ist jedoch als öffentliches Forum gedacht, das heißt, wir wünschen uns Kommentare und weitere Beiträge von Außen, die die Themen der Studierenden vertiefen oder eigene Reflektionen .

http://erh.alnovi.de/blogs/detail/mywar

Veranstaltungen

22. Juli 2010, 20:00 Uhr

19. August 2010, 20:00 Uhr

Edith-Russ-Haus für Medienkunst, Katharinenstraße 23, D-26121 Oldenburg, Tel.: +49(0)441/235-3208, Fax.: +49(0)441/235-2161
Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag 14 - 18 Uhr, Samstag - Sonntag 11 - 18 Uhr, Montag geschlossen info@edith-russ-haus.de
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