Medien(kunst)pädagogisches Programm
KUNSTPASS_OL
Modellprojekt der Oldenburger Kunsthäuser, der Stadt Oldenburg und der Fachoberschule für Gestaltung, BZTG Oldenburg
Um Ausstellungsorte Bildender Kunst in Oldenburg für Schülerinnen und Schüler zugänglicher zu machen, wurde im Schuljahr 2008/09 in der Fachoberschule Gestaltung der KUNSTPASS_OL eingeführt. Die Karte gewährt kostenlosen Eintritt, so ist die Oldenburger Kunstlandschaft leichter „aufzuschließen“. Die Schüler_innen haben im Gegenzug die Aufgabe, alle beteiligten Häuser* innerhalb eines Schulhalbjahrs zu besuchen und ihre Eindrücke in einem KUNSTPASS_Tagebuch festzuhalten.
Die Bewertung dieser Einträge durch ihren Lehrer, Rolf Künzel, der die Idee für den KUNSTPASS_OL hatte, fließt in die Politiknote mit ein. Als ein Instrument kultureller Bildung fördert der KUNSTPASS_OL somit die Vernetzung kultureller und schulischer Ressourcen in der Stadt Oldenburg (auf dem Foto ein Gegenbesuch des Edith-Ruß-Hauses in der Schule). Das Modellprojekt wird evaluiert; in der Folge soll ein ähnlicher „Türöffner“ für alle Oldenburger Schulen entwickelt werden.
* Edith-Ruß-Haus für Medienkunst, Horst-Janssen-Museum, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte (d.h. Augusteum, Prinzenpalais, Schloss), Oldenburger Kunstverein und Stadtmuseum.
Pilot Deutschlernen in Ausstellungen
in Kooperation mit der Jacobs University Bremen, mit Jan Blum, Nanna Lüth, Doris Mosbach
Eine Klasse internationaler Studierender aus Bremen machte mit der Dozentin Doris Mosbach einen Ausflug in die Ausstellung „Landschaft 2.0“, um dort ihren Deutschunterricht fortzusetzen. Diese Ausstellung thematisierte, wie die Wahrnehmung von Landschaft sich durch neue Technologien verändert hat, z.B. durch Google-Earth, durch Computerspiele oder Global-Positioning-Systeme, die die Erdoberfläche verdaten und Möglichkeiten der Orientierung, aber auch der Kontrolle von Positionierung eröffnen.
Einzelne künstlerische Arbeiten der Ausstellung wurden von Schreibübungen begleitet, bei anderen luden wir zur Äußerung sinnlicher Eindrücke ein. Schwerpunkte des Lernens waren Begriffe für Farben, die Übung von Präpositionen und eine Erweiterung des Beschreibungswortschatzes rundum Landschaften.
Die Besucher_innen aus Russland, Bulgarien, Schweden, den USA, Indien und Mexiko bereicherten die Landschaftsausstellung unter anderem durch ihre Kenntnis von Landschaften, die die Ausstellung nicht zeigte.
Eine zweite Einheit Sprachunterricht für Besucher_innen verschiedener Lernstufen fand in der Ausstellung „RECORD > AGAIN. 40JahreVideokunst Teil 2“ statt. Eine dritte Einheit befindet sich in Vorbereitung.
Übungen zur Erforschung des Bildraumes
Kooperationsprojekt mit der Klasse 2a der Grundschule Heiligengeisttor Oldenburg Leitung: Nanna Lüth in Kooperation mit Jan Blum, Begleitforschung i.R. ihrer Masterarbeit: Lara Skruodies, Klassenlehrerin: Karin Luhn
Während der Laufzeit der Ausstellung "RECORD > AGAIN. 40JahreVideokunst.de Teil 2" startete die Medien(Kunst)Pädagogik des Edith-Ruß-Hauses in Kooperation mit einer Klasse der Grundschule Heiligengeisttor Oldenburg das Projekt zur Erforschung des Videobildes. Die im Frühjahr 2010 in Oldenburg präsentierte Videokunst war vor allem in den 1970er Jahren produziert worden. Ein häufiges Thema der Arbeiten war die Untersuchung des Bildraumes. Die Videofilme wurden auf alten kastenförmigen Fernsehern gezeigt, die extra hierfür gesammelt worden waren.
Beim ersten Termin stand der gemeinsame Besuch der Ausstellung und eine Wahrnehmungsübung mit Pappschablonen und Fotokameras auf dem Programm. Am Schluss dieses Vormittags äußerten die Kinder sich in einem Stuhlkreis über ihre Lieblingsfilme. Überraschenderweise hatte ein Junge in der Reportage-ähnlichen Installation der Gruppe Telewissen „Arbeit-Ordnung-Freizeit“ (1972), die Szenen aus dem Ruhrgebiet zeigte, einen Krimi entdeckt und andere Schüler_innen mit diesem Interesse angesteckt. So sahen sich die Vermittler_innen des ERH veranlasst, das geplante Projekt zu verändern und neben dem Angebot, „Schlagfilme“ wie Jürgen Hiltmann und „Milchspuckfilme“ wie Ulrike Rosenbach/Claus vom Bruch zu drehen, für eine zweite Gruppe das Angebot zu machen, eine Kriminalgeschichte zu inszenieren.
So standen beim zweiten und dritten Termin jeweils zwei Produktionsweisen nebeneinander, eine Studioeinheit mit Übungen vor fester Kamera im Seminarraum und die Krimidreharbeiten mit Handkamera, die rundum das Ausstellungshaus stattfanden. Kurze spielerische Übungen wie das „Fort-da-Spiel“, eine Trickfilmübung, bei der jedes Kind ein mitgebrachtes Objekt erscheinen und verschwinden lassen konnte, oder eine „kreisende Kamera“ sollten allen Teilnehmer_innen die Handhabung der Videokamera näher bringen.
Sichtung und Besprechung unterbrachen die Produktionsphasen und die Reaktionen und Beurteilungen der Schüler_innen beeinflussten den Fortgang des Projekts, zuletzt zum Beispiel den Schnitt des Videomaterials, den Jan Blum und Nanna Lüth zwischen den letzten Terminen herstellten. Der fünfte Termin mit Sichtung des Films und letzten Korrekturwünschen von Seiten der Klasse fand in der Schule auf dem dortigen Fernseher statt.
