Turbulent Screen -
Die strukturelle Bewegung in Film und Video

Ausstellung mit integriertem Film- und Videoprogramm

Eröffnung:
Freitag, 29. August 2003, 20 Uhr
mit Takahiko Iimuras Einführung zu seiner Closed-Circuit Installation "Register Yourself"

Ausstellungsdauer: 29. August - 9. November 2003

Filmprogramm (Übersicht)

Takahiko Iimura, "Al (Love)", 1962


Turbulent Screen ist ein umfassendes Projekt in Form einer Ausstellung und eines Kinoprogramms, das strukturelle Ansätze in der Film- und Videokunst beleuchtet. In den 60er Jahren entwickelte sich eine neue Filmsprache, die als »struktureller Film« bezeichnet wurde. Die Filmemacher planten ihre Filme nicht mehr nach narrativen Abläufen, sondern nach künstlerischen Leitsätzen, wie sie zu der Zeit für alle Bereiche der zeitgenössischen Kunst galten: in Frage stellen von Wahrnehmungsprozessen, Materialität des eigenen Mediums, das Zeit-Raum-Gefüge und die Beziehung von Betrachter und Betrachtetem. Das Experimentieren mit dem bewegten Bild ging bald auf das neue Medium Video über. Künstler, die in den späten 60ern und 70ern mit Video arbeiteten, waren sich der Neuerungen im Bereich Film sehr wohl bewusst und erforschten Wege der spielerischen und intelligenten Untersuchungen ihres eigenen Mediums. Die Ansätze vergangener Jahrzehnte werden heute von einer jüngeren Künstler-Generation genutzt und weitergeführt, sie sind ebenfalls hier vertreten.

Während der Eröffnung am 29. August 2003 wird uns der japanische Multimedia-Künstler Takahiko Iimura mit einer Einführungsrede über seine bereits 1973 entstandene Closed-Circuit Arbeit Register Yourself in der Zeit zurückversetzen und damit zeigen, was es damals bedeutete, sich der Gegenwart bewusst zu werden. Ein weiterer Höhepunkt der Ausstellung ist die legendäre Filminstallation Two Sweeps (1977) von Pat O'Neill, in der zwei Pendel schwingen – kopfüber und rückwärts – und somit Wahrnehmungsprozesse auslösen und irritieren. Michael Snow, der wohl bekannteste unter den klassischen strukturellen Filmemachern, stellt seine neue Videoinstallation That/Cela/Dat aus und beweist, dass er sowohl Film als auch Video meisterlich beherrscht. Jonathan Monk unterstreicht den trockenen Humor der strukturellen Ansätze und erweist mit The Silent Tornado (for Jack Goldstein), seinem neuen Film über Goldsteins Single Tornado, einer Generation von Film-Pionieren seine Referenz.

Im Zeitraum von zweieinhalb Monaten werden sieben Filmprogramme mit 80 Filmen und Videos gezeigt. Zwei der Programme sind Sondervorführungen im Rahmen des Oldenburger Filmfestivals. Die fünf weiteren Film-Programme werden im Edith-Ruß-Haus für Medienkunst während der Ausstellung präsentiert.

Jedes Programm bietet ab 20 Uhr einige kurze Filme und nach einer Pause, ab 22.30 Uhr, einen längeren Extra-Film in der Spätschicht. Ein Muss des Strukturellen Films sind Arbeiten der kürzlich verstorbenen Künstler Stan Brakhage oder Paul Sharits sowie Videos von Peter Campus oder Joan Jonas. Solche Klassiker werden gemeinsam mit Arbeiten von jüngeren Künstlern präsentiert, wie mit Sharon Lockharts neuem Film No. Darüber hinaus bietet das Edith-Ruß-Haus für Medienkunst die Chance, viele der selten gezeigten Filme wie Tom Tom the Piper's Son von Ken Jacobs und Zorn's Lemma von Hollis Frampton zu sehen. Gleichzeitig geht es in diesem Projekt um die Suche nach strukturellen Elementen in bevorzugten Fluxus-Filmen von Yoko Ono, George Maciunas, John Cale und vielen anderen.

Künstler der Ausstellung:
Martin Arnold (A), Douglas Davis (USA), Takahiko Iimura (JAP), Runa Islam (GB), Mark Lewis (GB/CDN), Jonathan Monk (D/GB), Pat O'Neill (USA), Michael Snow (CDN), Steina und Woody Vasulka (USA)

Die Künstler im Kinoprogramm sind:
Marc Adrian, Eric Anderson, Kenneth Anger, Martin Arnold, Bruce Baillie, Scott Bartlett, Jordan Belson, Lynda Benglis, Stan Brakhage, Robert Breer, Dietmar Brehm, John Cale, Bruce Conner, Peter Campus, Kerstin Cmelka, Tony & Beverly Conrad, Douglas Davis, Ed Emshwiller, Valie Export, Albert Finne, Morgan Fisher, Hollis Frampton, Ernie Gehr, Peter Gidal, Wilhelm & Birgit Hein, Gary Hill, Tony Hill, Gerard Holthuis, Takahiko Iimura, Ken Jacobs, Joan Jonas, Joe Jones, Kurt Kren, Gunter Krüger, Peter Kubelka, Kerry Laitala, Owen Land, David Larcher, Standish D. Lawder, Malcolm LeGrice, lia, Sharon Lockhart, George Maciunas, Mara Mattuschka, Anthony McCall, Jonas Mekas, Matthias Müller, Werner Nekes & Dore O., Gunvar Nelson, Annabel Nicholson, Pat O'Neill, Yoko Ono, Dennis Oppenheim, Vivian Ostrovsky & Yann Beauvais, Nam June Paik, Ilppo Pohjola, David Priestman, Arnulf Rainer, Al Razutis, reMI, Liz Rhodes, David Rimmer, Józef Robakowski, Zbigniew Rybczynski, Paul Sharits, Chieko Shiomi, Michael Snow, John Stehura, Steina, Aldo Tambellini, Peter Tscherkassky, Stan Vanderbeek, Woody & Steina Vasulka, Bill Viola, Robert Watts, Chris Welsby & William Raban, James Whitney, Michael Whitney, Joyce Wieland

Führungen durch die Ausstellung jeden Sonntag 15 Uhr und nach Anmeldung
(31. August; 7., 14., 21., 28. September; 5., 12., 19., 26. Oktober; 2., 9. November)

Eintritt: 2,50 / 1,50 EUR


Diese Ausstellung wird gefördert durch die



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