 |
 |

Jennifer & Kevin McCoy
STOP MOTION
20. Mai - 16. Juli 2006
Eröffnung: Freitag, 19. Mai 2006, 20 Uhr
|
 |
 |
 |
Die beiden renommierten New Yorker Künstler Jennifer und Kevin McCoy, die seit 1996 zusammen arbeiten, beschäftigen sich in ihren Werken mit der Schnittstelle von Film und Computer. Sie verbinden die Rechner basierten Möglichkeiten von Archivierung, Nutzung von Datenbanksystemen und Speicherkapazitäten mit den Prinzipien filmischer Narration. Ihre Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld von Populärkultur, neuen technischen Medienformen und der Auseinandersetzung mit der Sprache des Kinofilms. In skulpturalen Formen schaffen sie neue Präsentationsmöglichkeiten für das Medium Video, vom Datenbank basierten Speichermodell bis zum Live-Recording. Die Formenvielfalt ihrer Werke umfasst Einkanal-Videos, Performances, webbasierte Arbeiten, interaktive Computerinstallationen und Miniaturlandschaften, deren komplexe Videoarrangements mit eigens dafür entwickelter Software gesteuert werden.
Ihre Arbeiten thematisieren das Aufeinandertreffen von Film- und Fernsehstrukturen und die Bearbeitung derselben mittels Computer. Mit Hilfe der digitalen Technologie untersuchen sie sowohl Produktionsbedingungen als auch Rezeptionsverhalten: Sie dekonstruieren die Produktion von Hollywoodfilmen, re-inszenieren und überführen sie in neue Zusammen-hänge. Dabei knüpfen sie an die Medienkompetenz der Betrachter an und verweisen auf Bilder, die aus dem Kontext von Film und Fernsehen einem breiten Publikum bekannt sind. In ihren Videoarbeiten und Installationen verbinden sich massenmediale Vorbilder mit persönlichen Erlebnissen und Erinnerungen.
Die Präsentation im Edith-Ruß-Haus für Medienkunst ist die erste Einzelausstellung der beiden Künstler im deutschsprachigen Raum.

Jennifer & Kevin McCoy - The Kiss, 2003
In der Ausstellung werden fünf Arbeiten präsentiert, die einen Überblick über das Schaffen der beiden Künstler geben. Das Edith-Ruß-Haus für Medienkunst zeigt frühe Arbeiten, die sich mit der Darstellung von filmischem Material in eigens dafür programmierten Datenbanken auseinander setzen. Die Arbeit Every Shot, Every Episode (2000) basiert auf der Action-Fernsehserie Starsky und Hutch aus den 1970er Jahren, in der zwei amerikanische Polizisten gemeinsam auf Verbrecherjagd sind. In ihrer Arbeit I number the Stars (2004) ist es die populäre Science-Fiction Serie Star Trek aus den 1960er Jahren, die sie in verschiedene Kategorien zerlegen und nach den unterschiedlichsten Kriterien durchsuchen. Der Betrachter erhält die Möglichkeit, die Serien nach den Suchbegriffen der Künstler zu betrachten: Ereignisse, Objekte und Emotionen werden von einer Datenbank abrufbar und das narrative Geschehen wird in seine einzelnen Bausteine zerlegt.
In anderen Arbeiten re-inszenieren die beiden Künstler bekannte Hollywoodfilme. Kiss (2002) beruht auf dem Nachstellen einer Schlüsselszene aus dem Film Body Heat von 1981 von Lawrence Kasdan. In diesem erotischen Thriller und modernem Film Noir' tritt William Hurt eine Glastür ein, um Kathleen Turner in einer stürmischen Umarmung leidenschaftlich zu küssen. Die McCoys engagierten zwei Schauspieler, die diese beiden Rollen nachgespielt haben. Zehn Minuten filmisches Material, das während dieser Re-inszenierung entstand, wird nun durch den Computer immer wieder neu re-kombiniert zu einem immerwährenden Kuss.
Weitere Arbeiten beziehen sich indirekt auf die Produktionen von Hollywoodfilmen und den Einfluss ihrer medialen Bilder auf unsere Wahrnehmung. In fantasievollen Projektionen und skulpturalen Arrangements breiten die beiden Künstler ihre eigenen Träume und Sehnsüchte für das Publikum als ein Filmset à la Hollywood aus. Eternal Return (2003) und Double Fantasy IV (Religion) (2006), eine eigens für die Ausstellung in Oldenburg entstandene Arbeit, bestehen aus Tableaus, die an Spielzeugmodelle, Eisenbahnlandschaften oder Puppenhäuser erinnern. Die Arbeit Eternal Return basiert auf dem Film The Gay Divorcee (1934) mit Ginger Rogers und Fred Astaire und thematisiert Fantasie und Erinnerung. Aus verschiedenen Kamerapositionen werden die tanzenden Figuren auf die Wand projiziert, wo sie Erinnerungen an die große Zeit der Hollywood Tanzfilme und ihres Glamours wachrufen. Der geschickte Einsatz von Farbe und Schwarz/Weiß-Elementen macht die Beziehungen zwischen Imaginärem und Realem deutlich. In Double Fantasy IV (Religion) ist Religion das zentrale Thema.
Zur Eröffnung der Ausstellung am 19. Mai 2006 werden beide Künstler anwesend sein.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Veranstaltungen:
21. Mai, 10-18 Uhr
Internationaler Museumstag
PIPS:lab (NL)
"Luma2solator"
Interaktive Performance
Öffnungszeiten:
Di-Fr 14-17 Uhr
Sa-So 11-17 Uhr
Sonderöffnungszeiten:
Himmelfahrt 11-17 Uhr
Pfingstsonntag, Pfingstmontag 11-17 Uhr
Führungen:
Jeden Sonntag, 15 Uhr
Am 11. Juni und 2. Juli Führungen von Sabine Himmelsbach, Leiterin des Edith-Ruß-Hauses für Medienkunst.
Gruppenführungen nach Absprache
Eintritt:
2,50 / 1,50 EUR
Edith-Ruß-Haus für Medienkunst
Katharinenstraße 23
D-26121 Oldenburg
Tel.: 04 41/ 235 32 08
Fax: 04 41/ 235 21 61
Pressebilder finden Sie hier
Das Edith-Ruß-Haus für Medienkunst bedankt sich bei der Bremer Landesbank für die großzügige finanzielle Unterstützung und das damit verbundene kulturelle Engagement.
zurück
|
 |
 |
|
|
             |