FlashBoxOldenburg
Mischa Kuball

Edith-Ruß-Haus für Medienkunst
Oldenburger Kunstverein
Oldenburger Innenstadt

Eröffnung: 10. Juni 2005, 20 Uhr
Ausstellungsdauer: 10. Juni bis 18. September 2005
Begrüßung: Dr. Frank-Egon Pantel, Stadtbaurat Oldenburg
Einführung: Dr. Corinna Otto und Paula von Sydow im Gespräch mit Mischa Kuball

Das Edith-Ruß-Haus für Medienkunst und der Oldenburger Kunstverein präsentieren im Oldenburger Stadtraum ein Lichtkunst-Projekt des Düsseldorfer Künstlers Mischa Kuball.

Für das Projekt FlashBoxOldenburg werden stroboskopisch blinkende kleine Blitzlichter an den Häuserfassaden im gesamten Innenstadtbereich Oldenburgs installiert. Diese erzeugen eine kalkulierte »Bildstörung«, die einen Gegenpol zu den einfachen Botschaften des dominanten Werbelichts in der Oldenburger Fußgängerzone bildet. Auf diese Weise wird eine neue, vollkommen andere Sichtweise auf eine Innenstadt möglich, die in erster Linie als Ort des Konsums und der touristischen Attraktion definiert wird, tatsächliche aber auch Arbeitsstätte sowie Lebens- und Wohnraum ist.

Mischa Kuball, FlashBoxOldenburg, 2005 / Illustration: START.Media.Projekte GmbH, Essen

Oldenburger Bürger und Bürgerinnnen haben aktiv am Projekt teilgenommen, indem sie die Patenschaft für ein Blitzlicht übernommen und ihr Haus dafür zur Verfügung gestellt haben. Privates Engagement und Interesse am öffentlichen Raum präsentieren sich so ganz direkt: Das Blinken von Kirchtürmen, Gesimsen, Fenstern und Häuserfronten wird zur »Mission für den eigenen Stadtraum«, zum deutlichen Zeichen für die Identifizierung der Bürger mit ihrer Stadt.

FlashboxOldenburg 2005, Foto: Roland Furtwängler
FlashBoxOldenburg 2005, Foto: Roland Furtwängler

FlashBoxOldenburg findet im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung Jahrhundertschritt 05 statt und führt Aspekte des Aufbruchs der Moderne mit zeitgenössischen Entwicklungen zusammen: Die Elektrifizierung der Städte war zu Beginn des 20. Jahrhunderts Sinnbild der fortschreitenden Urbanisierung. Eine künstlerische Gestaltung des öffentlichen Stadtraums durch den Einsatz von Licht fand erstmalig durch die Reklame von Lichtspielhäusern statt. Die zunehmenden Lichtimpulse in Moskau, Tokio oder anderen Metropolen führen zu einer deutlich veränderten Wahrnehmung von öffentlichem Raum. Ein Phänomen, dem sich derzeit vermehrt aktuelle künstlerische Projekte widmen.

Mischa Kuball arbeitet mit Licht und Bewegung, seine Arbeiten haben den Charakter einer flüchtigen Erscheinung, sie sind temporäre Interventionen im öffentlichen Raum. In den komplexen Choreographien seiner Werke ist Mischa Kuball immer an der Bestimmung des öffentlichen Raumes interessiert: Vertraute Orte werden neu strukturiert, vergessene Orte wieder ins Bewusstsein gerückt und neue Orte konstruiert. Die klare, reduzierte Formensprache ist niemals nur ästhetisch, sondern immer auch sozial kodiert. So dient Licht in vielen Fällen dazu, verborgene Implikationen zu »beleuchten« und sie an das Licht der Öffentlichkeit zu holen.

Edition: FlashBoxOldenburg 2005, CI-Print auf Alu, 42cm x 59,4cm, Auflage: 20 Stück, 300,- EUR
Edition: FlashBoxOldenburg 2005, CI-Print auf Alu, 42cm x 59,4cm, Auflage: 20 Stück, 300,- EUR

Das Edith-Ruß-Haus für Medienkunst und der Oldenburger Kunstverein werden in das Projekt integriert und zu »Blitzkörpern« umgestaltet. In ihren mit Alufolie ausgekleideten Räumlichkeiten blitzen in den Abend- und Nachtstunden 8 große Stroboskopstrahler. Gleichzeitig sind sie Plattformen für verschiedene begleitende Veranstaltungen zum Projekt.

Im Edith-Ruß-Haus für Medienkunst präsentiert Mischa Kuball außerdem zwei weitere Arbeiten: die Dia-Projektions-Installation »FlashPlanetOldenburg« (2005) und den Film »AntiKino« (1999).

Wenn Sie sich noch an diesem Projekt beteiligen wollen und/oder mehr darüber erfahren wollen, melden Sie sich unter:
Tel. 0441 / 235-3194 oder
Tel. 0441 / 235-2568 oder
info@edith-russ-haus.de


Veranstaltungen:

21. Juni, 20 Uhr
Edith-Ruß-Haus für Medienkunst
Gespräch mit Mischa Kuball und Dr. Söke Dinkla

Das Projekt FlashBoxOldenburg hat bereits im Vorfeld öffentliche Diskussionen ausgelöst, die dazu führten, dass sich die Oldenburger mit dem Projekt und damit auch mit ihrer Stadt auseinander setzten. Ein Gespräch soll die Gelegenheit geben, direkt mit dem Künstler Mischa Kuball und der Kunsthistorikerin und Kuratorin Dr. Söke Dinkla aus Essen über das Projekt zu diskutieren.

Im Rahmen von FlashBoxOldenburg nutzt die Veranstaltungsreihe »soundcheck c/o flashbox« die von Mischa Kuball präparierten Kunsträume, um die Schnittstelle von Medienkunst und elektronischer Musik zu erforschen.

8. Juli, 22.30 Uhr
Edith-Ruß-Haus für Medienkunst und Oldenburger Kunstverein
Apparat (live), Markus Guentner (live)
weitere Infos

13. August, 22.30 Uhr
Edith-Ruß-Haus für Medienkunst
Jan Jelinek (live), Manuel Falkenberg (DJ)
weitere Infos

3. September, 18 - 24 Uhr / Nacht der Museen
Edith-Ruß-Haus für Medienkunst
Antonelli Electr. (live), Strobocop (DJ), Manuel Falkenberg (DJ)
weitere Infos

13. September, 19 Uhr
Endspurt – Ein Resümee zum Projekt »FlashBoxOldenburg«
Das Projekt »FlashBoxOldenburg« geht in den Endspurt, die 100 Tage sind am 18. September vorüber. Bevor alle Lichter ausgeschaltet, die Blitzer abmontiert und wieder eingesammelt werden, ziehen die Veranstalter aus dem Edith-Ruß-Haus für Medienkunst und dem Oldenburger Kunstverein gemeinsam mit dem Künstler Mischa Kuball ein Resümee der Veranstaltung.

Was passiert, wenn ein renommierter, international arbeitender Künstler die Gemeinschaft der Oldenburger Bürger mit einer irritierenden Lichtinstallation in der Innenstadt konfrontiert? Wie reagieren die Oldenburger und ihre Besucher auf eine solche Provokation? Sind sie tolerant und aufgeschlossen, neugierig und bereit zu partizipieren?

Eingeladen sind für diesen Abend auch die Licht-Paten, die in den 100 Tagen am Projekt teilgenommen und ihre Hausfassade für eines der Blitzlichter zur Verfügung gestellt haben. Schüler der BBS sind an diesem Abend aktiv beteiligt und werden eigene Gedanken beitragen und so unsere Erfahrungen als Veranstalter und die Einschätzungen des Künstlers ergänzen.

Am Sonntag, dem 18. September findet die letzte Führung zum Projekt »FlashBoxOldenburg« statt, mit Hintergrundinformationen und Diskussion über Kunst im öffentlichen Raum. Treffpunkt ist um 15 Uhr im Edith-Ruß-Haus für Medienkunst. Die Führung ist kostenlos, Eintritt 2,50 / erm. 1,50 Euro.


Zur Ausstellung erscheint eine Publikation im Isensee Verlag Oldenburg.


Öffnungszeiten:
Edith-Ruß-Haus für Medienkunst, Oldenburger Kunstverein:
Di-Fr 14-17 Uhr
Sa-So 11-17 Uhr

Eintritt: 2,50 / 1,50 EUR

Führungen: 19. Juni, 17. Juli, 14. August, 18. September jeweils um 15 Uhr,
Treffpunkt Edith-Ruß-Haus für Medienkunst
Gruppenführungen nach Absprache

Edith-Ruß-Haus für Medienkunst
Katharinenstraße 23
D-26121 Oldenburg
Tel.: 04 41/ 235 32 08
Fax: 04 41/ 235 21 61


Der Oldenburger Kunstverein ist für die Veranstaltungen und nach Vereinbarung geöffnet. Ansonsten ist er als Blitzkörper in das Projekt eingebunden.

Oldenburger Kunstverein
Damm 2a
D-26135 Oldenburg
Tel.: +49 (0)441 271 09
Fax: +49 (0)441 271 01
okv@kunstverein-oldenburg.de

Pressebilder finden Sie hier


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