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Filmprogramm in Kooperation mit dem Landesmuseum für Natur und Mensch
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Henri Seng, Tao Di Di, 2006, Video 28 min
Liu Wei, "Underneath", 2001, Video, 12:12 Min., und "Hopeless Land", 2003, Video, 20 Min.
Donnerstag, 15. November 2007, 20 Uhr im Seminarraum des Edith-Ruß-Hauses
Tao Di Di Tao Di Di ist ein Junge, den ich auf den Straßen von Gui Yu getroffen habe. Die Leute sagen, dass nur ein Kind, das außerhalb der vom Staat verordneten Ein-Kind-Politik in China geboren wurde, einen Namen wie Tao Di Di (weggelaufener Bruder) tragen würde. Gui Yu ist eine Stadt, die in der restlichen Welt für ihre katastrophale Verschmutzung bekannt ist, die aus dem Recycling von elektronischem Abfall herrührt. Greenpeace zufolge leiden mehr als 80% der Kinder in Gui Yu an Atemwegserkrankungen und etwa 25% der Kinder weisen mittelschwere Bleivergiftungen auf. Dieser Videofilm ist ein kurzer Dokumentarfilm über Tao Di Di, der in den Straßen spielt, wo elektronischer Abfall wiederverwertet wird.
Unterneath / Hopeless Land Die Müllberge, die eine moderne, stetig wachsende Metropole wie Peking tagtäglich produziert, stehen im Zentrum der beiden Videos von Liu Wei, in denen sich Dokumentarisches und Poetisches mischen. Doch sind es nicht nur die Abfallmassen, die er in den Blick nimmt, sondern auch die Menschen, denen das, was andere weggeworfen haben, als Lebensgrundlage dient – diejenigen, die aus den ständig angelieferten Ladungen das Wiederverwertbare heraussortieren, und diejenigen, die in den Abfällen nach Essbarem suchen.

Hubert Sauper, Darwins Alptraum, 2004, 107 min.
Donnerstag, 29. November 2007, 20 Uhr im Landesmuseum Natur und Mensch
„Darwins Alptraum ist eine Geschichte über Menschen zwischen dem Norden und dem Süden, über Globalisierung … und über Fische“
Die Fische sind Nilbarsche, von denen eine kleine Zahl in den 1960ern im ostafrikanischen Viktoriasee ausgesetzt wurden – ein Versuch, mit diesem vermehrungsfreudigen Speisefisch, die regionale Fischwirtschaft zu fördern. Heute gelten über 400 der damals im See heimischen Fischarten als ausgerottet – sie sind dem gefräßigen Räuber zum Opfer gefallen, der als Viktoriabarsch in alle Welt verkauft wird. Doch geht es Hubert Sauper in seinem Film um mehr, als nur um das ökologische Desaster: Auch auf die mit seiner Ursache verknüpften wirtschafltichen und gesellschaftlichen Gegebenheiten richtet sich der Blick. Die Mehrheit der Bevölkerung um die Fischbetriebe am Viktoriasee lebt und arbeitet in unvorstellbaren Verhältnissen, vom globalen Exportschlager profitieren nur einige Wenige. Und dieser verlässt in Flugzeugen das Land, die zuvor mit Waffen beladen waren…
„Darwins Alptraum könnte ich in Sierra Leone erzählen, nur wäre der Fisch ein Diamant, in Honduras eine Banane, und in Angola, Nigeria oder Irak schwarzes Öl“, so Hubert Sauper zu seinem Film: Die Erfolgsgeschichte des Viktoriabarsches wiederholt sich in armen Ländern immer wieder mit anderen Protagonisten und Produkten, eine Erfolgsgeschichte jedoch mit zweifelhaftem Gewinn für die jeweilige Region.

Werner Herzog, Lektionen in Finsternis, 1992, 52 min.
Donnerstag, 13. Dezember 2007, 20 Uhr im Landesmuseum Natur und Mensch
Rauchschwaden verdunkeln den Himmel, eine Ölquelle brennt lichterloh, schwarzes, dickflüssiges Öl ergießt sich ins Wasser. Lektionen in Finsternis präsentiert apokalyptische Bilder von schrecklicher Schönheit, aufgenommen während des Golfkriegs von 1991, als die irakischen Truppen bei ihrem Rückzug aus Kuwait die Ölfelder in Brand steckten und die Förderanlagen öffneten, so dass das „schwarze Gold“ in den persischen Golf floss. Werner Herzog jedoch enthält dem Zuschauer die genauen Umstände dieser von Menschenhand gemachten Umweltkatastrophe vor. Die geschundene Landschaft erscheint wie die eines anderen Planeten, die fremdartig anmutenden menschlichen Wesen – vermummte amerikanische Brandspezialisten, irakische Frauen – stehen dem Inferno sprachlos gegenüber.

Nikolaus Geyrhalter, „Unser täglich Brot“, 2005, 92 min.
Donnerstag, 10. Januar 2008, 20 Uhr im Landesmuseum Natur und Mensch
Kommentarlos gewährt Nikolaus Geyrhalters Film Einblick in die Orte, an denen unser täglich Brot produziert wird – funktionale Bauten und funktionalisierte Landschaften. Maschinen, Menschen, Tiere und Pflanzen erscheinen ganz der Logistik dieses Systems unterworfen, als Räder im Getriebe der Nahrungsmittelindustrie. Geyrhalter versucht mit „Unser täglich Brot“ jedoch keine Skandale aufzudecken. Vielmehr möchte er, wie er selbst sagt, „so sachlich wie möglich Bilder dieser Branche, dieser Arbeitswelt sammeln und sie wahrnehmbar machen“. Als Skandal mag der Zuschauer die Produktionsmaschinerie Lebensmittelindustrie durchaus empfinden, doch, so der Filmemacher, ist der Skandal auch derjenige unseres Lebensentwurfs.
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