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The Fevered Specters of Art - Die fiebrigen Gespenster der Kunst

                                                      11. November - 15. Januar 2017

                                                           

Der Ausgangspunkt von Die fiebrigen Gespenster der Kunst sind aktuelle künstlerische Werke, die ein neues Interesse an den revolutionären Ideen der 1960er und 1970er Jahre erkennen lassen. Sie konzentrieren sich vor allem auf Bewegungen, die politische Vorstellungen gewaltsam zum Ausdruck brachten, um so einen weitreichenden gesellschaftlichen Wandel durchzusetzen. Die Arbeiten beruhen dabei weniger auf einer nostalgischen Faszination, sondern mehr auf einem analytischen Interesse an radikal fortschrittlichen Ideen sowie dem Bedürfnis zu erforschen, warum so viele dieser Bewegungen in der Erreichung ihrer Ziele scheiterten.

In der unserer Zeit konstanter Krisen, die sowohl die politische als auch die ökonomische Sphäre beeinflussen, manifestiert sich das Ausmaß der Unzufriedenheit in verschiedenen Formen von (nicht-)gewalttätigen Protestbewegungen und Unruhen, die sogar Regierungen stürzen. Dennoch können die meisten Bewegungen nicht einmal kurzfristige strukturelle Veränderungen bewirken. In diesem Kontext blickt die Ausstellung auf den Radikalismus und die antikoloniale Revolution in der Epoche des Kalten Krieges zurück, in der sich die Ideen eines grundlegenden gesellschaftlichen Wandels rund um den Globus verbreiteten.
Der Titel Die fiebrigen Gespenster der Kunst wurde von einem Gedicht des Aktivisten und Dichters Kirill Medwedew inspiriert. Die Ausstellung präsentiert eine Vielzahl von künstlerischen Ansätzen, die spezifische Ereignisse und ihre historischen Kontexte im Zusammenhang mit radikaler linker Ideologie und somit das grundsätzliche Verhältnis von Politik und Ästhetik untersuchen.

Alle Kunstwerke beschäftigen sich mit unsicheren politischen Realitäten und präsentieren verschiedene Ansätze einer kritischen Analyse von historischem politischem Material. Die Frage wie Geschichte interpretiert und dargestellt wird, hängt mit der Korrumpierbarkeit der Bilder zusammen, und wie politischer Widerstand sich in die Sphäre der Kunst übersetzen lässt.
Darüber hinaus untersucht das Projekt, wie Künstler*innen die Möglichkeiten neuer politischer Subjekte überdenken und wie komplexe sozialhistorische Bezüge in der Kunst angemessen betrachtet und hinterfragt werden können. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf künstlerischen Strategien, die sich vielfältiger narrativer Strukturen und filmischer Erzählweisen bedienen und dabei auf Dokumente und Archive zurückgreifen.

Während die revolutionären sozialen und politischen Bewegungen der westlichen Hemisphäre in den 1960er und 1970er Jahren umfassend untersucht wurden (so zum Beispiel die Geschichte der RAF), gilt das kaum für die Ereignisse in anderen Teilen der Welt. Das Projekt konzentriert sich daher auf die Erforschung des Austauschs revolutionärer Ideen über geopolitische und kulturelle Grenzen hinweg. Was geschieht, wenn revolutionäre Ideen und Theorien reisen? Wie reisen sie, wie werden sie übersetzt und wie beeinflussen sie sich gegenseitig? Und wer sind die Protagonist*innen dieser Transfers? 

Die Ausstellung verankert sich zudem in der politischen Geschichte der Stadt Oldenburg und beleuchtet das Vermächtnis des sogenannten Namensstreits. Der 1972 begonnene Konflikt zwischen der neu gegründeten Universität Oldenburg und dem Land Niedersachsen bezüglich der Bennenung der Hochschule nach dem deutschen Publizisten, Pazifisten und Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky, der im Konzentrationslager Esterwegen nicht weit von Oldenburg inhaftiert und gefoltert wurde, zog sich fast 20 Jahre hin. Die Wiederaufnahme dieses Vermächtnisses wird sowohl durch die neu in Auftrag gegebene Arbeit von Rajkamal Kahlon, als auch durch die performativen Events von Felix Gmelin mit Studierenden der Osloer Kunstakademie und der Carl von Ossietzky Universität organisiert. Dabei geht es auch um die Zukunft der Universitäten als Orte politischen Handelns in einer Zeit, in der diese durch eine neoliberale Agenda neu strukturiert werden.

 

 

Ausstellung                                                     Kabinett                                        Filmvorführung

Ho Tzu Nyen                                                     Marwa Arsanios                            John Akomfrah

Rajkamal Kahlon                                               Klaus vom Bruch                           Eric Baudelaire

Naeem Mohaiemen                                           Felix Gmelin

Wendelien van Oldenborgh                              Johan Grimonprez

Catarina Simão                                                 Hito Steyerl

Suzanne Treister

 

 


                                           HEXEN 2.0/ Historical Diagrams/From National
                                           Socialism via Cybernetics and the Macy Conferences
                                           to Neo-Totalitarianism, 2009-11.
                                           Courtesy the artist, Annely Juda Fine Art, London and
                                           P.P.O.W., New York © Suzanne Treister

 


                                           The Young Man Was I – III, Last Man in Dhaka 
                                           Central
(Part 3), 2015 © Naeem Mohaiemen

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